PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motorproblem 5. Zylinder und hoher HC Wert - Die Ursache


Franz W.
21.11.2009, 07:32
Hallo,

nachdem ich zu den beiden Themen hier öfter gepostet hatte, kann ich jetzt die Ursache nennen.
Die Symptome:
Beim Start nach 1 Tag Stehzeit lief der Motor für 20-30 sec nur auf 5 Zylindern.
Diverse Kompressionsmessungen ergaben für den 5. Zylinder immer ca. 2 bar weniger. 10 bar bzw. 8 bar beim 5. Zyl.
Mein Motor hatte immer 600-800 ppm HC Wert bei normalem Co-Wert von 3-4 %.

Ich habe mich nun dazu aufgerafft, den Motor zu zerlegen. Dabei kamen 2 kapitale Fehler zum Vorschein:

1. Der Kolben vom 5. Zylinder war verkehrt rum eingebaut und zwar zu 99 % von einem Mercedes Bandarbeiter anno 1969. (Ist ja ein Tauschmotor vom Werk, lt. Papieren, wurde nachher nicht mehr zerlegt) Der Markierungsstrich am Kolben oben soll vorne sein - war hinten. Bei den anderen Kolben stimmte die Einbaurichtung. Da der Kolbenbolzen konstruktiv absichtlich etwas außermittig sitzt und somit bei falscher Einbaurichtung auf der falschen Seite,ergab das erhöhten Verschleiß am Zylinder 5 und damit weniger Kompression. Ich werde die Zylinder noch ausmessen und hier berichten.

2. Die Einspritzpumpe war (ca. 1990 von einem Bosch Dienst nach Einstellung) falsch eingebaut. Und zwar stimmte der Einspritzzeitpunkt nicht. Die Markierungsstriche auf der Nockenwelle der Pumpe sollen zusammenstehen, wenn der 1. Zylinder auf 20° nach OT steht. - War aber genau auf OT. Also war der Einspritzzeitpunkt 20° zu früh. Ein Wunder, daß der Motor überhaupt so gut lief.
Da sich die Steuerzeit von Einlaß- und Auslaßventilen um ca. 30° überschneiden , wurde ein Teil des Benzins gleich in den Auspuff gejagt.
Jedenfalls wahrscheinlich der Grund für den hohen HC Wert.

Jetzt geht es ans Zylinderschleifen und nach Weihnachten wieder ans zusammenbauen. Am 15. April ist geplante Inbetriebnahme.

Grüsse Franz

ursodent
21.11.2009, 15:06
...
1. Der Kolben vom 5. Zylinder war verkehrt rum eingebaut und zwar zu 99 % von einem Mercedes Bandarbeiter anno 1969. (Ist ja ein Tauschmotor vom Werk, lt. Papieren, wurde nachher nicht mehr zerlegt) Der Markierungsstrich am Kolben oben soll vorne sein - war hinten. ...

2. Die Einspritzpumpe war (ca. 1990 von einem Bosch Dienst nach Einstellung) falsch eingebaut. Und zwar stimmte der Einspritzzeitpunkt nicht. Die Markierungsstriche auf der Nockenwelle der Pumpe sollen zusammenstehen, wenn der 1. Zylinder auf 20° nach OT steht. - War aber genau auf OT. Also war der Einspritzzeitpunkt 20° zu früh. ....


Unglaublich...... :rolleyes:.

Sachen gibt's....:doh:.

Daumendrück für's wohl notwendige Schleifen. Kommst Du denn mit den Übermaßen hin?
Sind die Kolbengewichtsdifferenzen bei Verwendung eines einzelnen Übermaßkolbens unerheblich oder scheidet diese Lösung aus? Denn sonst mußt du ja alle auf's gleiche Übermaß weiten lassen und verschenkst die Reserve an den jetzt intakten Zylindern.


Naja, jetzt hast du wenigstens Gewißheit über die Ursachen: menschliches Versagen (auch kein Trost.... :( )


Michael

Franz W.
21.11.2009, 21:58
Hallo,

also ich werde alle 6 Zylinder auf das 1. Übermaß schleifen lassen, der Block hat noch die Grundbohrung von 82,00 mm. Ich möchte mir die Arbeit mit dem Zerlegen nicht nochmal machen müssen. Habe das im schönsten November seit langem bei mir zu Hause gemacht. Mit Flaschenzug usw. Das schwierigste war der Anlauf.... Ist nicht sehr motivierend, einen auf 5 Zylindern guten Motor zu zerlegen.
Der Zusammenbau ist dann angenehmer, ich kann dann mit einem "neuen" Motor in die Cabrio-Saison 2010 starten...,habe übrigens derzeit 99 173 km auf der Uhr, starte dann also praktisch mit 0 km mit dem neuen Motor.
Und wenn ich alle 6 Kolben richtig einbaue, hält er wahrscheinlich sogar länger als 100 000 km.

Grüße Franz

ursodent
21.11.2009, 23:54
Gutes Gelingen!

Michael :)

heinrichB
22.11.2009, 19:08
Hallo,

Mercedes Austauschmotoren heißt leider nicht das es sich um ein Qualitätsprodukt handeln muß. Das ganze ist eher als Warnung zu sehen. Leidige Erfahrung an einem M180.954 (230/6 Motor) von einem Club Kollegen aus Eurem Forum. Der Original MB At Motor (nachgewiesene Laufleistung 140 000km) ist nachweißlich vor dem Motorrschaden nicht geöffnet worden. Seitens Mercedes wurde aber beim AT Motor ein Zylinderkopf verwandt der an fast allen Brennräumen seitlich geschweißt war. Die sehr großen Aufschweißungen konnten wir deutlich durch Gefügeveränderungen bei der Demontage erkennen.

Leider kann man es auf dem Bild nicht so klar erkennen.

Mit flossigen Grüßen

heinrichB

280er
23.11.2009, 17:10
Ich hatte vor ein paar jahren einen M130 aus einem W108 geschlachtet, Austauschmotor-Schild drann , aber 20 jahre gestanden. Die Laufbuchsen sahen aus als ob der Motor nicht lang gelaufen ist.
Der 5.te Zylinder hatte einen anderen Kolben (mit Vertiefung in der Mitte, die anderen waren die mit dem Absatz)
Der Motor hatte ein schaden am Hauptlager...
gruss
roman

heinrichB
23.11.2009, 21:14
Hallo,

baue gerade mit meinem Motorenbauer einen gebraucht gekauften M130.980 auf. Die neuen Kolben 87,0 erstes Übermaß von Mahle sehen heute so aus, mit Stufe.
Der Originalkolben 86,50 (Standartmaß) war ganz glatt. Der Motor hatte eine defekte Zylinderkopfdichtung wohl weil der Wassersteg zugewachsen war. Der Vorbesitzer hat es mit der Wartung (Tausch des Frotschutzmittels) wohl nicht so ernst genommen.

Mit flossigen Grüßen

heinrichB

M127II
23.11.2009, 22:08
Heinrich schrieb:
Leidige Erfahrung an einem M180.954 (230/6 Motor) von einem Club Kollegen aus Eurem Forum.

Hmm, das Bild kommt mir so bekannt vor ...:confused:
So ein Motörchen (eben auch Werksaustausch~) kann für ganz schön Blues sorgen - vor der Überholung - und auch oft _nachher_.

Bin leider noch nicht durch mit der Geschichte
... und es stehen noch mindestens zwei so Altklumpen in der Warteschleife...:(:(:(

Achim
(Schrottmotorensammler)

Franz W.
05.12.2009, 07:19
Hallo,

für alle die es interessiert, ich habe jetzt die sehr triviale Ursache für den geringeren Kompressionswert des 5.Zylinders gefunden:

Zunächst habe ich noch die Zylinder vermessen und bei allen einen Verschleiß von 7-8/100 mm oben in Querrichtung und 5/100 mm in Längsrichtung gefunden. Gemessen knapp unterhalb des Umkehrpunktes des obersten Ringes.
Im Zylinder unten, oberhalb des Umkehrpunktes der Kolbenringe sind es 2-3/100 mm längs und quer.
Der falsch montierte 5. Kolben hat also gar nicht mehr Verschleiß an der Zylinderwand Zylinders verursacht als die anderen Kolben, aber:

Ich habe den Block und Zylinderkopf gestern zum Motorschleifer gebracht und er hat nach Prüfung der Ventilsitze mit Unterdruck festgestellt, daß die Ventile bei Zylinder 5 undicht waren. Der Prüfwert ergab nur halb so viel Unterdruck wie bei den anderen Ventilen.
Warum, das ist wieder eine andere Geschichte. Pfusch vom Motorinstandsetzer bei der Zylinderkopfrevision vor 5 Jahren /40 000 km ?

Und warum der Druckverlusttest vor 2 Monaten für alle Zylinder den gleichen, eigentlich guten Wert ergab, ist auch wieder eine eigene Geschichte.

Fazit:

Eine Revision des Blockes wäre nicht unbedingt notwendig gewesen. Die nochmalige Instandsetzung des Kopfes - Ventilsitze ordentlich machen -hätte genügt.
Andererseits wäre ich ohne Ausbau des Blockes nicht auf die falsch montierte Einspritzpumpe gestoßen.
Und habe jetzt nach Einbau neuer Kolben für zumindest 100 000 km eine Ruh - hoffentlich.
Die Ersatzteile wie Kolben, Lagerschalen etc. werden ja auch nicht billiger.


PS:

Weiß jemand, warum die jetzt gelieferten Kolben für den 230SL einen 0,6 mm abgesetzten, 1 mm breiten Rand haben ? Sind übrigens angeblich die gleichen wie beim /8 er 230.6.


Grüße Franz W

heinrichB
05.12.2009, 13:15
Hallo Franz,

was meinst Du mit 1 mm Rand? Ich kenne nur die Stufe bei den M130.980 für 87,00 1 Übergröße. Wobei der Originalkolben 86,50 diese Stufe nicht hatten. Siehe meine Bilder weiter oben. Von einem Rand weiß ich leider nichts. Hast Du mal ein Bild?

Der Bolzendurchmesser der späten M127 II sollte auch wie M180.954 (230/6) 25 mm betragen. Die frühen sollen 24 mm haben wie die 220 S/SE Motoren (180.940 / 941 und M127 III).

Diese Stufe soll wohl einer bessere Verwirbelung der Frischgase in Richtung des Verbrennungsraumes bewirken.

Mit flossigen Grüßen

heinrichB

majus
05.12.2009, 14:25
Moin Franz,

danke, daß Du hier auch die Auflösung postest, oft genug bleibt es ja leider bei Fragen... Hier zeigt sich mal wieder schön, wieviel man an einem solchen Motor falsch machen kann - für mich persönlich gerade besonders interessant, da ich meinen M130 - zwar aus anderen Gründen - aus dem 108er auch gerade geöffnet habe und somit für Motor-Montagestorys sehr zu haben bin. :)


Weiß jemand, warum die jetzt gelieferten Kolben für den 230SL einen 0,6 mm abgesetzten, 1 mm breiten Rand haben ? Sind übrigens angeblich die gleichen wie beim /8 er 230.6.


Da hatte ich etwas anderes gehört (also kein Fachwissen!), nämlich, daß die Kolben vom 230.6 auch im SL passen - diese Formulierung legt aber nahe, daß es unterschiedliche jedoch kompatible Kolben sind - sind Deine vielleicht also Stricherkolben?

Viele Grüße
Marius

Franz W.
05.12.2009, 14:48
Hallo,

@ majus: Da sind wir ja eh einer Meinung: Die Kolben vom /8 Modell 230.6 passen anscheinend auch in die Pagode 230SL. Und haben die erwähnte Abstufung am Kolbenboden, warum weiß ich nicht.
Die eingebauten Original- Pagoden Kolben sind glatt. Wurden halt einfachheitshalber wegrationalisiert ?

Grüße Franz

Pagoden-Klaus
05.12.2009, 18:31
Hallo zusammen,
nur zur allgemeinen Info.

Für den M127 / 230SL gibt es drei verschiedene Ausführungen von Kolben je nach Motorgeneration.
Diese Unterscheiden sich durch verschiedene Kompressionshöhen und Kolbenbolzen.
Der Kolben vom /8 M180 passt nur an der letzten Gen. M127 mit Kolbenbolzen 25 mm.

Original von Mercedes gibt es auch keinen Kolben mit einer 1mm Nut - wie von Franz beschrieben - für den M127.

Lediglich wurden die Kolben von der 2. und 3. Gen. wie von Heinrich beschrieben einseitig um o,5 mm abgesetzt.
Dieses ist auch keine Vereinfachung sondern ein Mehraufwand und hat den Hintergrund, die Anfälligkeit des Zündungsklingeln zu vermindern.
Die Verdichtung wurde durch diese einfache und kostengünstige Maßnahme etwas herabgesetzt.


Gruß Klaus

Franz W.
11.02.2010, 14:02
Hallo,

nachdem ich jetzt meinen Block wieder zum Einbau fertig zusammen habe, kann ich eine Zwischenbilanz ziehen für alle, die das nicht professionell machen, oder für die, die es schlicht interessiert:

Was ich vor der Revision am meisten fürchtete ging relativ einfach:
Motor rausheben mit Flaschenzug aus Bauhaus um 55 Euro.

Zerlegen des Motors und reinigen:
Keine Propbleme, aber halt eine Drecksarbeit. (das Reinigen)

Kolbensuche wegen meiner eigentlich falschen Motornummer, weil Tauschmotor:
Tatsächlich verbaut waren Kolben der 3. Version mit 3 Ringen und 25 mm Bolzen. Theoretisch verbaut nach Motornummer sollten sein Kolben der 1. Version mit 4 Ringen und 24 mm Bolzen. Also aufpassen beim Bestellen, schnell sind die falschen Kolben bestellt und zu bezahlen !

Ersatzteilpreise in D (mit Rabatt) ca. 25 % billiger als in Österreich.

Das schwierigste an der ganzen Motorrevision war für mich die Demontage und Montage der vorderen Riemenscheiben, des Schwingungdämpfers und des Gegengewichtes.
Demontage: Mit 1 m Verlängerung für die Zentralschraube in der KW. und gutem 3-Arm Abzieher.
Montage: Ich brauchte etliche Versuche, den Schwungausgleich so genau anzusetzen, daß er beim Aufziehen auf die KW genau auf die 2 Paßstifte rutscht.
Ab jetzt nur mehr Kabarett:
Ich dachte: Die Riemenscheiben und den Schwingungsdämpfer habe ich gleich drauf, Schrauben rein und mit Drehmomentschlüssel auf 35 Nm anziehen.
Also 3 Schrauben angezogen, - und 2 abgerissen.
Es waren Schrauben mit Festigkeitsklasse 8.8 verbaut, statt mit 10.9, die halten nur 27 Nm Drehmoment aus, - weiß ich jetzt.
Also Gegengewicht wieder abgezogen - ging jetzt schon leichter - und Schraublöcher ausbohren.
Bei DB neue Schrauben bestellt und vorsichtig montiert, greifen kurz und drehen sich dann durch, die Nachprüfung ergibt: Falsche, zu kurze Schrauben gliefert.
3 Gewinde im Schwungausgleich am Fahrzeug nachgeschnitten.
Im guten Schraubenhandel neue, richtig lange Schrauben, M8x70 mm, FKL 10.9 bestellt und in Firma zusenden lassen.
Paket verschwunden.
Nochmals bestellt.
Schrauben kommen, haben richtige Gesamtlänge, aber Gewindelänge zu kurz, also Gewinde nachschneiden.
Irgendwann schaffte ich die Riemenscheiben zu montieren.

Pleuellagerschalen mit Ölbohrungen an den falschen Stellen:
Kann man zwar an den richtigen Stellen nachbohren, aber elegant ist das nicht. Der Tip von Klaus hier im Forum ist gut, Pleuellager mit ET Nr. 108 030 00 60 zu bestellen, entgegen der Angabe im EPC, die Pleuellager mit ET Nr. 127 030 00 60 ausgibt. Bei ersteren muß man nur 1 Ölbohrung, bei den mit 127-er Nummer 2 Ölbohrungen zusätzlich machen und die sinnlos vorhandene Bohrung entfällt.

Ventilschaftdichtungen:
Lieferzeit 2 Wochen, werden die händisch, einzeln gemacht ?

Kleinteile:
Schrauben, Muttern und Federscheiben etc. die man bei DB bestellt, sind nicht mehr gelb verzinkt wie die Originalteile, sondern sind grau. Originalitätsfetischisten müssen also im guten Schraubenfachhandel einkaufen, oder gelb verzinken lassen.

Demontage und Montage von Kolben, Kurbelwelle:
Ging Problemlos, mit einigen Tips vom Nachbar, einem KFZ-Meister in Rente.

Jetzt muß ich noch den Block in den Motorraum heben, den Zylinderkopf darauf geben - habe ich schon mal gemacht und also schon "Routine" - und auf das Frühjahr warten.

Bin schon gespannt wie sich ein "neuer" Motor fährt.

Grüße Franz

majus
11.02.2010, 16:24
Moin,

schön, daß es voran geht!

Mein 108er M130 ist inzwischen wieder drin, dienstag habe ich die erste probefahrt gemacht, das ist schon etwas anderes als vorher.

Kleines Manko (Zündaussetzer in niedrigen Drehzahlen - Technische Fragen - vdh Forum (http://www.mercedesclubs.de/bb/wbb/index.php?page=Thread&threadID=5875)) gibt es auch noch, aber das hat hier nix zu suchen, will Deinen Thread schließlich nicht kapern.

Viel Erfolg bei der Montage, und möglichst keinen weiteren Schraubenkrimi ;-)

Grüße
Marius

Franz W.
12.02.2010, 09:44
Hallo,

@ majus: na dann viel Glück und Freude mit dem neuen Motor.
Hoffe, Du kriegst die Zündaussetzer bald in den Griff.
Ich muß noch ein bißchen warten, habe nur einen Unterstellplatz neben dem Haus mit 1 Seite offen. Als Mindesteinbautemperatur habe ich 5° C und darüber festgelegt.

Grüße Franz

majus
12.02.2010, 11:01
Moin,

das kann ich verstehen, ich habe inzwischen eine Garage gemietet, die beheizt ist, und zwar so, daß ich da im T-Shirt stehe, obwohl die Heizung auf * steht...

die Pagode habe ich aber leider in der alten Werkstatt im Winter bearbeitet, da hat es oft um die 4 Grad gehabt, das geht dermaßen in die Knochen, das macht keinen Spaß.

Halte uns auf dem Laufenden!
Marius

BMB
19.03.2010, 08:54
Ich hatte euch ja geschildert, dass ich das gleiche Problem beim Kaltstart mit dem 5. Zylinder habe.
Nachdem sich diese nun verschlimmert hat und auch kleine Mengen an Wasser fehlen, habe ich mich zur Operation am offenen Herzen entschlossen.
Der SL steht beim Motoreninstandsetzer (einer echten Fachfirma).

Gestern wurde der Motor demontiert.
"Leider" noch kein Endergebnis.

Zwischenergebnis:
kleine Wassertropfen an der Wand des 5. Zylinder, auch am 4. Zylinder.

Zylinderkopfdichtung in Ordnung. Zylinderkopf optisch nichts festzustellen. Motorblock optisch nichts festzustellen.

Nächster Schritt: Der Zylinderkopf wird abgedrückt.

Halte euch unterrichtet.

BMB
Bernd

Franz W.
19.03.2010, 10:42
Hallo,

bei meinem Zylinderkopf hat man vorerst auch nichts gesehn. Dann hat der Motorinstandsetzer die einzelnen Ventile unter Druck gesetzt (mit Gummiadapter - Preßluft an Auslaß/Einlaßkanäle ) und bei den Ventilen für Zylinder 5 baute sich nur halb soviel Druck auf wie bei den anderen.
Warum auch immer.

Grüße Franz

BMB
22.03.2010, 14:47
Nachdem nun der Kopf - im Wasser - abgedrückt wurde konnte man zwei feine Haarrisse an der Unterseite zum 4. und 5. Zylinder feststellen, die damit ursächlich für die feinen Wasserspuren in den beiden Zylindern sind.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
1.) Neuer Kopf = rund 2.700,-- Euro
2.) Kopf schweissen, mit Garantie auf die Dichtheit der Risse, aber auch der eventuellen Möglichkeit neuer Risse an anderer Stelle. Kosten rund 600 Euro.

Ich habe mich für Möglichkeit zwei entschieden, da ich Motorblock und Kopf solange wie möglich zusammenhalten will.
Gleichzeitig wird der Block gebohrt, gehont, geplant, Kolben und Hauptlager, Pleuellager, Steuerkette, Gleitschiene, Wasserpumpe, Ölpumpe, Thermostat erneuert.

Fertigstellung, mit viel Glück noch vor Ostern. Ich berichte weiter.
Auch werde ich bei der gelegenheit mal wieder das Kalkulationsblatt für eine Motorrevision aktualisieren (siehe auch http://www.pagodentreff.de/diskussionsforum/t4387-motoreninstandsetzung-kosten.html).

Also dann, bis zur nächsten schlechten Nachricht
BMB
Bernd

Pagodenschrauber
22.03.2010, 15:11
Na ja, damit wirds ein neuer Motor.

Bei uns waren auch Risse im Kopf. Geschweisst - und gut ist seitdem.

Gruss Chris

280er
22.03.2010, 18:09
hallo Bernd,

fals das mit dem Schweissen nicht klappt, gebrauchte Köpfe gibts zuhauf, habe selbst noch ein Paar eingelagert. Die Köpfe sind die selben wie beim 280se. (es gibt diverse Änderungen, alle passen nicht) . Nockenwelle und Ventilfedern vom Originalkopf verwenden.
Hebe es so bei mir gemacht.

gruss
roman

BMB
22.03.2010, 18:37
Hallo Roman,

danke für den Hinweis und auch das Angebot.

Bei einem gebrauchten Kopf, ist natürlich das Risiko auf ähnlichen Riss oder sonstigen Schaden der sich erst nach Einbau herausstellt besonders hoch, müsste also mindestens auch erst mal abgedrückt werden.
Auch weiß man nicht, wie of schon geplant, wieviele 100.000 Km die Federn so hinter sich gebracht haben und, und, und...

Ich habe mich daher entschlossen den eigenen Kopf wieder zu verwenden, allerdings mit neuen Ventilen, -federn und Ventilsitzen.
Die Nockenwelle - vom Originalkopf - ist vermessen worden und wird poliert und wieder verwendet.

Also, wie Chris schon sagte, fast ein neuer Motor.

BMB
Bernd

Franz W.
23.03.2010, 08:27
Hallo,

weil BMB die Kostenfrage einer Motorrevision erwähnt, ich habe für meine Revision nur an Teilen 2400 Euro gezahlt.
Ist aber im Umfang nicht 1:1 mit Roberts Kalkulationstabelle vergleichbar, nämlich:

Neue Kolben, Pleuellager, Kurbelwellenlager, Kette, Gleitschienen (sind billig), Ölwanne, WAPU+WAPU-Gehäuse neu aus altem Lagerbestand, alle Kupplungs Verschleißteile + Nehmerzylinder + Schlauch, Krümmer gebondert, diverse Schrauben und Halter gelb verzinkt, Motorblock schwarz lackiert, Druckstücke, Ventileinstellschrauben teilweise neu, diverse Gummiteile und Dichtungen, Zylinderkopf planen, Ventilsitze schleifen, Schaftdichtungen.

Motorausbau, zerlegen, Zusammenbau und Einbau selbst gemacht, Zeitaufwand weit über den 50 Stunden die hier immer wieder auftauchen. Bin aber auch Hobbyschrauber - nicht immer - zeitweise auch grantiger Schrauber gewesen. War für mich eine Winterarbeit, um die grausliche Zeit rumzukriegen.

Grüße Franz

BMB
23.03.2010, 09:21
Nur zur Richtigstellung:

Das ist nicht Roberts Kalkulationstabelle!!!

Diese Tabelle wurde von mir erstellt.

BMB
Bernd

Franz W.
23.03.2010, 10:05
Hallo,

@ BMB: Pardon, habe ich verwechselt. Ehre wem Ehre gebührt...

Grüße Franz

Cephyr
23.03.2010, 14:21
xxxxxxxxxx

Cephyr
23.03.2010, 14:26
xxxxxxxxxxx

Cephyr
23.03.2010, 14:27
xxxxxxxxxx

Cephyr
23.03.2010, 14:33
xxxxxxxxxx

Robert Nolte
23.03.2010, 15:05
Hallo Ingo,
Deine Bilder zeigen einen 220er Motor wohl aus dem 111 Coupe und da gibt es ja noch Kolben problemlos und für 6 Stück zahlt man da soviel wie für 2 230er Kolben .
Deshalb sind die Kolbenpreis für den Pagodenmotor extra zu berücksichtigen .

Gruß Robert;)

Cephyr
23.03.2010, 15:13
xxxxxxxxxxxxxxx

BMB
23.03.2010, 16:44
@ alle

sobald mir die tatsächlichen Kosten von heute (Stunde der Wahrheit) abgerechnet werden, werde ich meine Excel Tabelle aktualisieren und einstellen.
Dauert aber noch so ein bis zwei Wochen.

BMb
Bernd

P.S.: Soviel kann ich schon verraten, die Kolbenpreise sind deutlich höher, so um die 160 bis 180 Euro das Stück (87,75 mm beim 280er Motor, die (aller)letzte Möglichkeit).

hallolo
23.03.2010, 20:07
... nicht schon mal in einem anderen Thread?

Ich erinnere mich doch an den "Salz-und-Pfeffer-Boden". In welchem Haushalt ist denn sowas erlaubt? Und das mir, der im Winter im Kalten schrauben muss.....

Chapeau !

Michael ;-)

Cephyr
24.03.2010, 07:59
xxxxxxxxxxxxxxx

Franz W.
24.03.2010, 08:52
Hallo,

so zur Info: Die Kolben für den 230SL, 1.Reparaturstufe 82,50 mm, letzte Ausführung, also 3 Ringe und 25 mm Bolzen haben im Dezember bei DB in Deutschland mit Rabatt 130€ + Mwst gekostet.
Zum Vergleich: 4 Ring Kolben, ebenfalls 1. Rep.Stufe, haben gleichen Preis.
Erstaunlich - da ist die Stückzahl gering, würde ich meinen.

Die Kolben letzte Version sind anscheinend auch im Motor vom 230.6 vom /8 verbaut, da gibt es sicher noch mehr Nachfrage.

Grüße Franz

M127II
25.03.2010, 20:03
Uff ...!

Hallo Ingo A& Franz,

das ist ja ein Spottpreis, den Ihr pro Kolben bezahlt habt (wenngleich die 82.50 mm-Kolben ja schon a bisserl teurer sind...)

Bitte, Franz, hast Du mal die Teilenummer von Deinen neuen Kolben parat?
Du hast sie ja beim DB gekauft, oder?

Vielen lieben Dank

Achim
(Schrottmotorensammler)

Franz W.
26.03.2010, 07:12
Hallo,

@ Achim: DB TeileNr. für die 82,50 mm Kolben ist 180 030 73 18/54.


Grüße Franz

Ulli
26.03.2010, 17:26
Die Kolben für den 230SL, 1.Reparaturstufe 82,50 mm, letzte Ausführung, also 3 Ringe und 25 mm Bolzen haben im Dezember bei DB in Deutschland mit Rabatt 130€ + Mwst gekostet.


Hallo, Franz,
wo hast Du die denn zu diesem :sparschwein:Preis herbekommen??? Ich habe schon vor fünf Jahren rd. 180 € / Stck. bezahlt und mittlerweile liegt der reguläre Kurs bei rd. 250 € / 220 € (früh / spät) pro Stück. Und das war auch schon vor der Jahreswende nicht anders. Zumindest mit dem üblichen mickrigen MB-Rabatt von 10 % (auf den ich Gott sei Dank nicht zurückgreifen muß :o) klappt das nicht.

Gruß

Ulli