Liebe Experten, ich bin gerade dabei den alten Lack meiner Pagode zu entfernen und die Roststellen zu erkunden. Dabei bin ich an der hinteren linken Seitenwand fündig geworden. Würdet ihr hier die komplette Seitenwand ersetzen oder nur ein Reparaturblech einschweißen. Ehrlicherweise sehe ich es als sinnvoll an die originale Seitenwand zu erhalten und nur lokal die Roststelle herauszuschneiden. Im Anschluss daran würde ich dann das angepasste Reparaturblech stumpf einschweißen. Leider bin ich aber mittlerweile etwas verunsichert und frage lieber nach ;-) Besten Dank für Eure Einschätzung! Hier noch der Link zum Reparaturblech Reparaturblech Seitenwand links Mercedes W113 1136400509 - O, 295,00 €
Hallo, Johannes, mit der Seitenwand, ob komplett oder als Teilstück ist es nicht getan. Die dahinter liegende Radlaufschale / Radeinbau ist ja mit betroffen und muss raus. Ich persönlich würde zu einem Kpl.-Austausch von Radeinbau und Seitenwand tendieren. Gruß Ulli
Hallo Ulli, vielen Dank für deine Einschätzung und deine Empfehlung. Dann muss ich wohl etwas größer denken. PS: Die innere Radlaufschale habe ich auf dem Schirm, wobei eigentlich nur der untere Rand betroffen ist. Der Rest sieht noch gut aus. Gruß Johannes
das hängt meiner Ansicht nach vom Karosseriebauer ab. Seitenwände passgenau einzusetzen ist nicht ohne. Du wirst gerade durch zur Verfügung stehende Reparturbleche (hier: eine Nachfertigung mit unbekannter Passung) verführt. Ein Karosseriebauer sollte geübt sein innere+äußere Radläufe zu erneuern da für die wenigsten älteren Fahrzeuge Seitenwände zur Verfügung stehen. Warum dann ganze Seitenwände tauschen?
Der Komplettaustausch der Heckbeplankung hat zwei Vorteile. Erstens hat es der Lackierer einfacher, weil er weniger Verzug in den Blechen ausgleichen muss und zweitens und noch wichtiger: Bei den Dreiviertelblechen wird es schwierig , vom Kofferraum aus die Schweißnaht im vorderen Bereich zwecks Konservierung vernünftig zu erreichen, weil das Radhaus davor liegt. Da sind spätere Rostprobleme vorprogrammiert.
Hat denn jemand mit diesen nachgefertigten Seitenwänden schonmal positive Erfahrungen gemacht? Umgekehrt gedacht: Eine Pagode wäre nicht mehr in Zustand 1 oder 2+ restaurierbar wenn nach einem hinteren Radlauf-Rostschaden kein Seitenteil zur Verfügung steht da dann Rost nicht zu vermeiden ist? Just my 2ct, hier wurde ja nach Erfahrungen und Meinungen gefragt, die kann man ja alle nebeneinander stehenlassen.
Vorab schonmal vielen Dank für die Antworten. Es zeigt sich, dass hier jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht hat und ggf. machen muss. Aber der Input hilft mir, da es offensichtlich nicht den einen richtigen Weg gibt. Auf Basis der Rückmeldungen werde ich jetzt erstmal einen Teilausschnitt einschweißen (also exakt den "vergammelten Umfang") und wenn es mir nicht gefällt war es umsonst und ich Punkte eine komplette Seitenwand ein.
Moin - ich habe auch noch Senf: jeder darf machen was er will bei der Sanierung einer Pagode im Jahr 2026 würde ich in Dekaden, nicht in Jahren, denken - die Pagode wird ein Klassiker bleiben wirklich werterhaltend ist es, die Blecharbeiten von einem Profi machen zu lassen (und davon gibt es nur noch wenige) und auf die Erfahrung dieser Leute zu hören) Aktuell den besten "Marktüberblick" dürfte @justin_w haben, schreib' den doch mal an. Herzlichen Gruß Oliver - der seine alten Schweller nicht entsorgen kann, weil die voller Bauschaum sind - - der ruhig schläft, weil er 94 handgefertige Reperaturbleche zu den 100% neuen Anbauteilen in Menden bekommen hat -
Hi bist du dir sicher, dass an den üblichen Stellen nicht noch mehr Rost ist? Leider hat die Pagode einige Problemzonen - manche davon schlecht ersichtlich. Endet schnell in einer Großbaustelle. Ich würde die Kotflügel hinten als ganzes Stück tauschen. Den großen Repabschnitt verzugsfrei einzuschweißen ist nicht ganz einfach. Da endest du mit viel Zinn oder Spachtel auf der Fläche. Die Verfügbarkeit von originalen und neuen MB Blechen ist aktuell eingeschränkt - eine Seite gab es vor kurzem noch, die andere ist NML. Auf den gängigen Portalen gibt es aber hin und wieder Altbestand zu kaufen. Achtung: Ich gehe, anhand deines Namens davon aus, dass du einen 230er hast. Das Lochbild der Schließkeile für die Türschlösser ist bei den originalen Repblechen anders, 4 Loch anstatt 3 Loch und anderer Lochabstand. Lässt sich aber gut umarbeiten. Wir haben uns, bei unserer Karosse auch die Frage gestellt, ob wir Teilersatz machen und ob wir Reproteile oder Originalteile verwenden. Durch großen Zufall konnten wir alle Bleche aus Altbestand kaufen. LG Justin
Ich hatte im Zuge der Restaurierung 2006 zunächst die 3/4-Seitenteile drin, die bis zur Sickenkante gehen. Sie sind oben mit einer Absetzkante versehen und daher für überlappendes einschweißen gedacht. Man kann die Kante natürlich abtrennen und dann stumpf einschweißen, was sicherlich der bessere Weg wäre. In beiden Fällen muss man aber über die gesamte Beplankungslänge den nicht zu vermeidenden Materialverzug ausgleichen, wie bereits geschrieben. Eine gespachtelte Fläche wird über kurz oder lang reißen, also kommt eigentlich nur stumpf einschweißen und verzinnen infrage. Und auch da hat man das Problem, von innen nicht vernünftig an die innere Schweißnaht zu kommen, um sie rückwandig zu konservieren. Leider hat sich diese Erkenntnis bei mir erst nach den Schweißarbeiten eingestellt. Ich habe meinen 230 SL seinerzeit wieder vom Lackierer abgeholt, die Teilbleche gegen komplette Beplankungen tauschen lassen und den Mehraufwand als Lehrgeld verbucht. Grosser in Menden geht nicht ohne Grund hin und tauscht komplett. Gruß Ulli
Ist abhängig davon, wie der Rest aussieht. Grundsätzlich kann man das großzügig im Teilersatz machen, natürlich muss man dabei auch den Innenradlauf in Stand setzen. Wenn das wirklich alles wäre UND der Rest noch grade ist, würde ich n Radlauf einsetzen. Egal was du machst, ALLES wird wieder anfangen zu rosten. Ist Blech... Die Frage ist nur, ob die Reparatur länger hält als der Rest vom Auto. Um Grunde genommen kann man die Naht absetzen, vorschweißen und dann entweder spachteln, wobei der Spachtel im Nahtbereich in einigen Jahren einfallen wird, verzinnen oder durchschweißen. Man kann sich natürlich auch die Mühe machen, das auf Stoß WIG zu schweißen, aber... Ob du nun da die Reparaturstelle hast oder bei einer neuen Seitenwand umlaufend, da kommst du dann auch bei einer neuen Seitenwand nicht an alle Schweißstellen wirlich ran. Wenn du das nach oben hin offen absetzt und mit Hohlraumwachs flutest, wirst du erneuten Rost an der Stelle wahrscheinlich nicht mehr erleben, weil der vorher eh wieder von der Radlaufkante anfängt zu rosten -wie bei einer neuen Seitenwand auch- oder du vorher tot bist. Ich habe jedenfalls noch nicht gesehen, das solche Radlaufreparaturen die ich gemacht habe in der Fläche wieder anfangen zu rosten, wie hier einige Leute unterstellen und die älteste ist von 2002. Bei meinem Alltags 124er Kombi der immer im Kofferraum etwas feucht ist, habe ich ebenfalls neue Radläufe eingeschweißt (Abgesetzt, gespachtelt), in 2018 und seit dem steht der incl. Winterbetrieb draußen und man weis ja, so richtig trocken sind die Kofferräume bei den Kombis nie. Die Radläufe sehen heute noch aus wie 2018... Also auch die "kostengünstige" Lösung wird dich wahrscheinlich überleben.
An die dann deutlich tiefer gehende Punktschweißnaht im Radlauf kommst du dann noch schlechter dran, wobei, die hast du ja bei beiden Varianten