Einheitliche europäische Definition für historische Fahrzeuge

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von BMB, 8. Mai 2018.

  1. BMB

    BMB Aktives Mitglied

    30. Juli 2006
    Liebe Pagodenfreunde, liebe Sternfahrer,
    über den DEUVET (bei dem die Pagodenfreunde Mitglied sind) habe ich heute das beigefügte PDF Dokument zum Thema „Einheitliche europäische Definition für Oldtimerfahrzeuge“ erhalten.

    Bisher war es so, dass wir in Deutschland zwar schon eine solche einheitliche Definition hatten, die auch durch einen Anforderungskatalog Oldtimer des TÜV Süd ergänzt wird.

    Beides aber eben auf Deutschland begrenzt.


    Die Arbeitsgruppe für historische Fahrzeuge (HVG), die seit 2010 im Europäischen Parlament besteht, hat dieses Thema jetzt jedoch ganz aktuell mit Erfolg eingebracht.

    Das Europäische Parlament hat im Jahr 2014 die Richtlinie zur regelmäßigen technischen Überwachung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern 2014/45/EU verabschiedet.

    Die darin enthaltenen Vorschriften müssen von den Mitgliedstaaten ab dem 20. Mai 2018 angewendet werden. In der Richtlinie findet sich unter anderem auch erstmalig eine einheitliche europäische Definition für historische Fahrzeuge, welche auf die Arbeit der HVG im Europäischen Parlament zurückgeht.


    Zwei der wichtigsten Aussagen dieser Definition lauten:
    Ein Fahrzeug von historischem Interesse ist:

    „...wenn es ist historisch erhalten, im Originalzustand bewahrt und die technischen Merkmale seiner Hauptbauteile wurden nicht wesentlich verändert;

    ...es sich in seinem Originalzustand befinden, d. h. an denen keine wesentlichen Änderungen an Fahrgestell, Karosserie, Lenkung, Bremsen, Getriebe, Aufhängesystem, Motor oder Kotflügel usw. vorgenommen wurden....“


    Aus meiner Sicht kommt diese Definition zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig, da gerade in den letzten 1-2 Jahren und besonders in den letzten Wochen immer mehr Versuche vorgenommen werden, die historischen Fahrzeug durch moderne Nachbauten immer mehr zu verunzieren bzw. zu verschlimmbessern.
    So nach dem Motto: Ich habe ja mein H-Kennzeichen und den TÜV interessiert es eh nicht bzw. der TÜV merkt es nicht.


    Ich hoffe, dass der TÜV bzw. die anderen Prüforganisationen, die sowohl eine H-Kennzeichenfähigkeit bescheinigen können, wie aber auch aberkennen können, in der Zukunft etwas genauer auf die Veränderungen am historischen Fahrzeug schauen und zwar im Hinblick auf den historischen Zustand.
    In diesem Zusammenhang werden ich und andere demnächst beim federführenden TÜV Süd vorstellig werden.


    Wir sollten uns immer dessen bewusst sein, dass das H-Kennzeichen nicht vom Himmel gefallen ist und schon gar keine Selbstverständlich ist.


    Der DEUVET und auch ich, sowie andere Personen haben seinerzeit hart um das H-Kennzeichen gekämpft, als der Katalysator eingeführt und die Steuern drastisch angehoben wurde für Fahrzeuge ohne Kat.


    Zwischenzeitlich sind noch die ebenfalls hart erkämpften Ausnahmen von der Plakettenpflicht dazu gekommen. Alles Vergünstigungen, welche mit der Begründung „historisch wertvoll und wenig gefahren“ erkämpft worden sind.


    Ich weiß, dass die große Mehrheit der Oldtimerbesitzer sich konsequent an die Vorschriften für historische Fahrzeuge halten - und dabei auch auf ihre persönliche Bequemlichkeit verzichten.
    Dieser Mehrheit sage ich "Danke".
    Allen anderen, also dieser miesen kleinen Minderheit von Leuten, die sich einen Dreck um andere Personen und deren Nachteile scheren, sage ich "Pfui".


    Noch einmal zurück zum H-Kennzeichen:
    Jeder Versuch sein historisches Fahrzeug auf „modern“ umzubauen, bedeutet einen Sargnagel einzuschlagen – und zwar in die Vergünstigungen des H-Kennzeichens. Sobald ausreichend Sargnägel eingeschlagen sind, erfolgt die Beerdigung und es gibt kein H-Kennzeichen mehr.
    Das ist dann übrigens eine der Herausforderungen der nächsten Jahre.


    Euer

    Bernd

    Als Anlage habe ich das aktuelle PDF des DEUVET zum Thema historische Fahrzeuge beigelegt. Wer hier im Forum nicht angemeldet ist, kann es auch nicht lesen, aber bei mir abfordern (meybro (ät) gmx.de), aber nur unter Bekanntgabe seiner vollständigen Adresse, welche natürlich absolut vertraulich gehandhabt wird. Auch wer mir seine Zustimmung bekunden will, kann dies unter obiger E-Mail Adresse.
    Ich selbst werde hier im Forum ab sofort keinerlei weitere Beiträge schreiben und auch nicht öffentlich auf Reaktionen zu dem obigen Beitrag antworten, da ich keine Lust mehr habe mich von ein paar Schreihälsen niedermachen zu lassen.
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 8. Mai 2018
  2. MartinK

    MartinK schraubt hemdsärmelig

    19. Mai 2012
    Lieber Bernd. Ich teile deine Meinung, dass die Oldtimerverbände, insbesondere der DEUVET, für die H-Kennzeichen und deren verbundenen Vergünstigungen für Oldtimer - Fahrzeuge große Arbeit geleistet haben. Leider wurde vor einigen Jahren der DEUVET als nationaler Dachverband der Oldtimerclubs (für mich völlig unverständlich) durch den ADAC abgelöst. Ich kann nicht wirklich erkennen, was der ADAC in den letzten Jahren für die Oldtimerclubs getan hat. Für mich einer der größten Fehler der deutschen Oldtimerszene. Um so unverständlicher ist für mich dass mehr und mehr Clubs offensichtlich aus dem DEUVET austreten und dem ADAC deren Vertretung überlassen. In anderen Ländern Europas verliert das Fahrzeug den Oldtimerstatus, wenn es abweichend von der Auslieferungsfarbe lackiert ist. Diesen Zustand möchte ich nicht. Ich ärgere mich selbst über völlig verrottete Fahrzeuge, die im Alltag verschlissen werden. Die Aushöhlung von Gesetzen schaden denen, die sie befolgen. Aber den Spielraum auf null? Besser nicht. Wir haben ein überwiegend gut funktionierendes System von unabhängigen Sachverständigen und die würde ich einfach Ihre Arbeit machen lassen und nicht hier im Forum pedantisch auf Einhaltung der Regeln pochen. Lass doch im Rahmen der derzeit schon engen Möglichkeiten den Leuten ihren Spaß. Martin
     
    Memmo gefällt das.
  3. ursodent

    ursodent ursus antennae

    9. Mai 2004
    War mir gestern bereits vom VDH bekanntgemacht worden.


    Michael, kein Schreihals, ich schreibe nämlich mit Normallettern. Hoffen wir nun auf ruhiges Fahrwasser.
     
    Memmo und Rasi gefällt das.
  4. MartinK

    MartinK schraubt hemdsärmelig

    19. Mai 2012
    Zitat BMB:
    "Ich hoffe, dass der TÜV bzw. die anderen Prüforganisationen, die sowohl eine H-Kennzeichenfähigkeit bescheinigen können, wie aber auch aberkennen können, in der Zukunft etwas genauer auf die Veränderungen am historischen Fahrzeug schauen und zwar im Hinblick auf den historischen Zustand. In diesem Zusammenhang werden ich und andere demnächst beim federführenden TÜV Süd vorstellig werden."

    Lieber Bernd das geht heute schon. Der Prüfer kann einen gepflegten Allgemeinzustand verlangen und auch das Entfernen nicht bauartgeprüfter Teile. Dazu braucht man keine Verschärfung der Umsetzung der Richtlinie. Ich bin vollständig einverstanden, heruntergekommenen Fahrzeugen den Status als Kulturgüter anzuerkennen. Aber wo soll das enden? Irgend ein Anhalt muss man haben. Möchtest du ersthaft umsetzen, dass nur noch Museumsstücke das "H" bekommen? Oder Fahrzeugen ohne Zustand wie Datenkarte das H aberkennen lassen? Dann wird es sehr leer an H-Fahrzeugen auf den Straßen. Augenmaß hat noch nie geschadet, wir haben gewiß genug Paragraphenreiter in Deutschland. Es geht um unser Hobby. Was soll das? Martin.
     
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  5. Sinan

    Sinan Aktives Mitglied

    912
    23. November 2004
    ES gibt jetzt sogar die Zustandsnote 0 (Null), das finde ich super interessant und erstrebenswert.
     
  6. rema350SL-H

    rema350SL-H Aktives Mitglied

    131
    20. Juni 2013
    Da werden sich unsere USA-Fans freuen.

    Denn mit dem Eingang in den Zolltarif 9705 des EU-weit gültigen Gemeinsamen Zolltarifs sollte für historische Fahrzeuge auch in Deutschland kein Zoll mehr fällig werden, nur noch eine EU-einheitliche Einfuhrumsatzsteuer von 7%. Damit muss man die Einfuhr nicht mehr über Rotterdam machen, sondern kann gleich direkt über Bremerhaven einführen.

    Das wird die Einfuhr aus US noch mal kräftig beleben und die Anmeldungszahlen in den nächsten Jahren signifikant steigen lassen.

    Viele Grüße,
    Recardo
     
  7. Facelvega

    Facelvega Aktives Mitglied

    235
    13. September 2017
    Hallo Recardo,
    ich habe 2016 zwei Autos ( Bj. 66 und Bj. 73) aus USA importiert.
    Bei historischen Fahrzeugen fällt kein Zoll an. Der Import wurde durch ein beauftragtes Unternehmen über Rotterdam durchgeführt, weil zum einen Rotterdam näher an meinem Heimatort liegt und zum anderen in Rotterdam die EUSt. entgegen Bremerhaven nur 6% betrug.

    Viele Grüße
    Alfred
     
  8. MartinK

    MartinK schraubt hemdsärmelig

    19. Mai 2012
    Annemarie von SCL Rotterdam. Meine Lieblingsimporteurin. Bei ihr zahlt man die 6% gerne. :banane: Martin
     
  9. Facelvega

    Facelvega Aktives Mitglied

    235
    13. September 2017
    Auch ich habe über SCL Transport von USA, Verzollung und Heimtransport zur vollsten Zufriedenheit erledigen lassen.
    Alfred
     
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