Hängende Einspritzpumpe für Zylinder 6?

Dieses Thema im Forum "Technik - Motor, Getriebe und Fahrwerk" wurde erstellt von Magnus86, 2. September 2016.

  1. Magnus86

    Magnus86 Aktives Mitglied

    419
    3. September 2015
    Guten Morgen zusammen,

    nachdem mein Motor inzwischen wieder zusammen ist und auch läuft, stellt sich aktuell ein weiteres Problem ein:

    Für den 6. Zylinder scheint laut Motorenbauer kein Sprit anzukommen. Es liegt dabei allerdings nicht an einer verstopften Einspritzdüse, sondern scheinbar an der ESP selber. Dort wird für den 6 Zylinder kein Sprit gefördert.
    Hat jemand eine Idee woran dies liegen könnte?
    Ich habe das Forum schon durchsucht und von hängenden Pumpenelementen oder Druckstücken gehört. Allerdings leider nichts konkretes. Es soll wohl mal eine Anleitung gegeben haben (majus), die ich allerdings nicht mehr finden kann.
    Dabei sei anzumerken, dass die Pumpe vor kurzem noch einwandfrei funktioniert hat. Eigentlich wollte ich morgen bei schönem Wetter noch eine Runde drehen...ich befürchte mal das wird wohl nichts.
    Ich komme leider erst morgen aus dem Urlaub zurück, der Motorenbauer sucht aktuell nach der Ursache und möchte das entsprechende Ventil (?) prüfen.

    Danke euch für eure Tipps!
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. September 2016
  2. aleha

    aleha Aktives Mitglied

    186
    31. Dezember 2012
    keine Förderung ESP

    Grüß' Dich Magnus,

    wenn das urplötzlich auftritt, könnte es an einem defekten Druckventil in der Einspritzpumpe liegen. Wenn dieses nicht schließt, wird quasi kein Kraftstoff gefördert, da die Druckleitung als "federnder" Puffer fungiert. Andere Möglichkeit wäre, daß bei der Revision der ESP die Schraube am Zahnkranz der Regelhülse nicht festgezogen wurde (vergessen), dann verdreht sich die Regelhülse. Sehr unwahrscheinlich ist eine vollkommen dichte Einspritzdüse; dann geht die Pumpe relativ zügig defekt.

    Gruß Hans
     
  3. Magnus86

    Magnus86 Aktives Mitglied

    419
    3. September 2015
    Hallo Hans,
    dank dir für die schnelle Antwort.
    Zweiteres halte ich für eher unwahrscheinlich, da an der Pumpe selber nichts gemacht wurde. Diese lief ja bislang einwandfrei. Getreu vieler Meinungen nichts an der ESP zu ändern, solange diese gut läuft wurde diese auch nicht zerlegt oder geprüft/eingestellt etc.
    Wo liegt denn dieses Druckventil und bedeutet "defekt" in diesem Fall tatsächlich defekt, oder kann es auch nur eine Verschmutzung sein, die für ein Hängen des Ventils sorgt?
    Ich habe zwar 1-2 Explosionszeichnungen gesehen, verstehe aber nicht ganz wo dieses Druckventil liegt. Ich hätte dieses jetzt über den Pumpenkolben vermutet.
    (Sorry für die etwas dummen Fragen).

    Edit:
    Okay...ich habe soeben gesehen, dass das Druckventil gleich unter dem Anschluss für die Benzinleitung sitzt. Sprich wenn man diesen Anschluss an der ESP löst, sollte das Druckventil (Feder und Ventil nehme ich an) zugänglich sein?. Bleibt allerdings noch die Frage was da nun genau defekt sein kann.
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 2. September 2016
  4. aleha

    aleha Aktives Mitglied

    186
    31. Dezember 2012
    Nachtrag

    Grüß' Dich Magnus,

    noch ein Nachtrag: es könnte auch, wie Du schreibst, ein hängender Pumpenkolben sein.

    Den hängenden Pumpenkolben kannst Du prüfen, wenn Du die Schutzkappe der Regelstange abnimmst und die Regelstange bewegst. Läßt sie sich bewegen (und davon gehe ich aus, da ich es so verstanden habe, daß der Motor läuft, nur Zyl. 6 nicht), hängt der Pumpenkolben mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht.

    Zur Prüfung am besten die Rohrleitung am Rohranschluß abschrauben. Mit Anlasser Motor drehen und Vollgas geben. Dann sollte aus dem Rohranschluß etwas Kraftstoff austreten. Wenn nicht, muß das Druckventil raus. Dazu braucht man einen Abzieher (und ich empfehle eigentlich, es nicht zu tun, da die Gefahr, den Pumpenzylinder zu verdrehen, groß ist und dann muß die Pumpe wieder auf den Prüfstand). Wie auch immer, wenn das Druckventil herausgenommen ist, den Motor NICHT drehen (Anlasser), sonst kommt der Pumpenzylinder relativ sicher mit heraus und ist bestimmt verdreht. Und nebenbei: Wenn Du am Verstellhebel der ESP drehst, solltest Du sehen können, wie sich der Pumpenkolben ebenfalls dreht. Wenn er das tut, hängt er (höchst wahrscheinlich) nicht.

    Gruß Hans
     
  5. aleha

    aleha Aktives Mitglied

    186
    31. Dezember 2012
    Grüß' Dich Magnus,

    jetzt hat es sich überschnitten.
    Die ESP war nicht zur Revision? Hatte ich falsch verstanden.

    In Deiner ESP ist ein Kugeldruckventil verbaut (findest Du auch im WHB). Dieses läßt sich nicht instandsetzen und muß getauscht werden.

    Beim Anziehen der Rohranschlüsse unbedingt das Prozedere 40NM - 0 - 40NM - 0 - 35NM einhalten.

    Gruß Hans
     
  6. Magnus86

    Magnus86 Aktives Mitglied

    419
    3. September 2015
    Hallo Hans,
    ja sorry..hatte gerade durch Zufall das Schaubild gefunden.
    Was ich allerdings nicht ganz verstehe:

    Soweit ich das verstanden habe, ist das Druckventil "einfach" in das ESP-Gehäuse gesteckt, umgeben von einer Kunststoffdichtung weshalb es recht klamm im Gehäuse sitzt. Wie kann sich, wenn man das Ventil gerade herauszieht, denn der Pumpenzylinder verstellen? Ich dachte eigentlich der Pumpenzylinder wird in seiner Position fixiert durch Zahnkranz und Regelstange?
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. September 2016
  7. aleha

    aleha Aktives Mitglied

    186
    31. Dezember 2012
    Grüß' Dich Magnus,

    der Pumpenzylinder wird durch kleine Stifte, die in entsprechende Aussparungen im Zylinder greifen, gegen (grobes) verdrehen gesichert. Hier ist Luft. Wenn das Druckventile tatsächlich gerade und ohne drehen herausgezogen wird, verdreht sich der Pumpenzylinder nicht. Er kann sich auch nicht stark verdrehen, aber bei der erforderlichen Präzision reicht eine sehr geringe Verdrehung, um Abweichungen in der Fördermenge zu bekommen.
    Der Zahnkranz greift in die Regelstange. Der Zahnkranz selbst ist dann auf die Regelhülse geklemmt, die den Pumpenkolben führt.

    Gruß Hans
     
  8. Magnus86

    Magnus86 Aktives Mitglied

    419
    3. September 2015
    Hallo Hans,

    ahh verstehe, dank dir für die ausführliche Ausführung :)
    Ich habe gelesen, man könne das Druckventil auch ohne einen Abzieher herausziehen, indem man eine entsprechende Mutter aufschraubt, und dann das Ventil durch leichtes "kippeln" herauszieht. In wie weit sich dabei der Zylinder verstellt ist natürlich fraglich. An einer Verschmutzung kann der Defekt nicht liegen? Was genau ist denn in dem Ventil defekt? Ich kann mir da eigentlich nur eine gebrochene Feder oder eine hängende Kugel vorstellen. Letzteres könne man ja (zumindest übergangsweise) ggf. durch eine Reinigung beheben?
    Die Pagode hatte übrigens nie sonderliche Startprobleme, auch nach 1 Std. Standzeit bei warmem Motor nicht. Soweit ich weiß deutet das darauf hin, dass die Druckventile eigentlich dicht gehalten haben. Falls es am Druckventil liegt und meines nicht mehr zu retten ist, muss ich schauen dass ich schnell Ersatz finde.
    Ich wollte eigentlich meine letzten Urlaubstage und das gute Wetter mit der Pagode nutzen :pagode:
     
  9. Magnus86

    Magnus86 Aktives Mitglied

    419
    3. September 2015
    Ein kurzes Update:

    Der Motor läuft nun auf allen 6 Zylindern, nun geht es an die Feineinstellung.
    Der Motorenbauer hat alle Druckventile ausgebaut und gründlich gereinigt. Das Ventil für den 6 Zylinder hat "geklebt", weshalb hier der Sprit nicht gescheit gefördert wurde.
    Auf lange Sicht sollte ich mir aber dennoch einen Satz neuer/gebrauchter Druckventile zulegen. Wer weiß ob es mit der Reinigung langfristig getan ist.
     
Müller Classic Motors
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