Leute gibt es

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Christopher, 10. Oktober 2012.

  1. Andrea Sitzwerkstatt

    Andrea Sitzwerkstatt Aktives Mitglied

    926
    24. Mai 2005
    Garagengold

    Hallo,

    ich muß ja zugeben, daß ich bei einigen Fahrzeugen auch mal was zu bekritteln und zu bemängeln habe, aber immer nur sehr diskret oder eben später nur für die Ohren meines Mannes vernehmbar.

    Alles andere ist unter der Gürtellinie, geht und gehört sich einfach nicht. Es sagt ja auch keiner zu einer frischgebackenen Mutter, na Sie haben aber ein hässliches Kind, oder?
    Jeder kann halt nur nach seinem eigenem visuellem Empfinden und nach seinem Geldbeutel agieren. Vielleicht spart er ja schon lange auf eine neue Lackierung oder Sitzbezüge. Vielleicht pflegt er aufopferungsvoll ein krankes Familienmitglied und hat keine Zeit für zeitaufwändige Lackpolituren und so weiter und hat sich diesen Ausflug regelrecht abringen müssen. Wer weiß das schon und kann sich wirklich ein Urteil erlauben?

    So sind auch die Kundengeschmäcker sehr unterschiedlich. Dem einen ist es völlig wurscht ob eine Sitzblende fehlt oder herabhängt nur weil die Plastikklammer fehlt oder die originale Türtasche mit ausgeleiertem Gummizug traurig herunterhängt, für den anderen ist es ein absolutes optischen No-go, was sofort nach Fahrzeugkauf gerichtet werden muß. Da muß auch ich mich erstmal reinfühlen in den jeweiligen Kundenstandpunkt.

    Dem Besitzer gegenüber würde ich nie etwas negatives äussern, es sei denn ich soll sein Fahrzeug auf seinen Wunsch hin wegen einer Überholung des Innenraums begutachten (manchmal sogar noch vor dem Kauf), dann muß ich natürlich schonungslos mit der objektiven Wahrheit heraus rücken.

    Aber was mich richtig ärgert sind schlechte und vor allem lieblose Arbeiten. Da habe ich schon oft nacharbeiten müßen und dabei unglaublichen Pfusch zu Tage gebracht, die Spitzenreiter sind da im übrigen die US-Reimporte.

    Dazu fallen mir so einige Sprüche ein - hier ist einer:
    Der Narr tut was er nicht lassen kann, der Weise läßt was er nicht tun kann - Konfuzius
     
  2. 9h11e

    9h11e mag Mercedes und Porsche

    168
    29. Mai 2011
    Fragen zum Auto

    In den 60ern und 70ern fragten wir als Kinder die Besitzer schneller Autos "wie schnell ist der denn?" oder drückten die Nase an die Scheibe (Abteilung Fettfleck), um die Maximalgeschwindigkeit am Tacho abzulesen (Mein Tacho-Rekord war 260 km/h!!!). Später wurde man als Fahrer solcher Autos gefragt: "Was kostet der???", und heute fragen die kleinen Jungs: "Was braucht der auf 100 km?". Wer weiß, was in 10 Jahren gefragt wird. Vielleicht: "Wie lange muss der an die Steckdose???"
     
  3. Tobi

    Tobi Aktives Mitglied

    26. April 2005
    ...da antworte ich dann nur, dass er nicht zu verkaufen ist... damit ist das thema 'durch'

     
  4. Wolfi 280SL

    Wolfi 280SL Aktives Mitglied

    223
    12. November 2015
    Hallo

    Zufällig diesen Thread gesehen.......... leider macht man als Oldtimer-Fan und Eigner solcher Fahrzeuge schon mal Erfahrungen, die kann man kaum fassen.

    Man grübelt noch Tage drüber nach, war das einfach nur dämlich, völlig instinktlos und/oder tatsächlich reine Provokation.

    Vor einigen Jahren, ich war grade erst nach fast einem Jahr Reha wieder daheim, nahmen wir an einem Oldtimer-Treffen teil. Da ich noch nicht selber konnte ist Frauchen den 280E/8 gefahren, Rolli in den Kofferraum, ich auf den Beifahrersitz. Man kann sich denken wie froh ich war endlich wieder bei einem Treffen dabei sein zu können.
    Irgendwann kommen wir nach einer langen mühseligen Runde über den Platz zum Auto zurück, da lümmeln 2 Typen mit Bierflaschen in der Hand an meinem Auto rum, also diese typische Anlehnpose. Ein Kumpel der das sah ist natürlich sofort auf die Burschen los und hat kurz und knapp verlangt sie sollten sich woanders anlehnen, nur nicht an fremder Leute Autos ! Das nahmen die Beiden dann zum Anlass sich nicht zu entfernen sondern ein Diskussion zu beginnen. Als dann andere Treff-Teilnehmer sich einschalteten hab sie sich doch getrollt.
    Ich weiss garnicht mehr was mich mehr geärgert hat, die Spuren der Jeans-Nieten auf dem Lack meines Benz oder meine totale Hilflosigkeit als Rollstuhlfahrer. Aus meinem Leben vor dem Rollstuhl war ich sowas nicht gewohnt, mit 192cm Größe, breiten Schultern und knapp 100kg Gewicht wird man eher selten in Diskussionen verwickelt wenn man was nicht will.

    Ein Jahr später, nun ich als Selbstfahrer, sind wir mit dem Benz bei einem Oldtimer Motorrad-Treffen gewesen. Da der Weg recht steil war vom Besucherparkplatz zum Gelände durfe ich mit dem Auto auch drauf. Hab da etwas abseits geparkt und die feinen alten Bikes besichtigt. Zurück zum Auto und es lümmeln 2 ältere Herrschaften, reichlich alte Motorrad-Klamotten, offensichtlich Treff-Teilnehmer, am Benz.
    Bin dann zu denen hingerollt und hab etwas giftig gefragt warum sie denn das Auto nur als Anlehnmöbel nutzen würden, es wäre doch bequemer sich gleich auf die Kotflügel oder Motorhaube zu setzen. Und das ich das ziemlich unmöglich finde. Der eine war sofort etwas pikiert und entgegnete das er das anders sehen würde. Der andere war etwas vernünftiger und hat seinen Kumpel wortlos vom Auto weg und von dannen geschoben.

    Leider muss ich solch ein Benehmen immer öfters beobachten. Hab auch schon mehrfach Leute angesprochen. .....Dein Auto.......nein ? Dann nimm Finger davon ! Häufigste und erste Gegenfrage, was mich das angehen würde, ob dass mein Auto wäre. Ne, aber gehört einem guten Bekannten, den hole ich jetzt mal....

    Grüße
    Wolfgang
     
  5. Roman72

    Roman72 Aktives Mitglied

    527
    2. Januar 2014
    Hallo Wolfgang,

    solche Typen braucht echt kein Mensch.
    Ob Neuwagen oder Oldtimer,
    wenn man sich anlehen möchte, dann sucht man sich ne Wand oder setzt sich, falls man Müdigkeit verspürt.
    Vielleicht wollte sie aber nur auf Dicke Hose machen :sparschwein: und mit deinem Auto angeben. Als sei es ihr eigenes Auto.
    Einfach vielleicht darunter verbuchen.
    Mir ist es im Sommer passiert, als ich in ner Waschbox stand und kurz die staubigen Radkappen säubern wollte.
    Da kommt so'n komischer Vogel auf mich zu, nachdem er seinen schicken 0815 Fokus geparkt hat, und fragt :
    ..wat kost der Wagen.
    Hab ihn angeguckt und gesagt, dass es 2 Sorten von Menschen gibt, die vor dolchrn Oldtimern stehen. Die einen fragen : wat kost das Teil, ...und die anderen fragen : ..was verbraucht er.
    Hab nur gesagt : die letzteren sind mir lieber.
    Ohne Worte ist er zum Automaten gelaufen und hat sich Marken geholt um seinen Bomber zu waschen.

    Dies war aber bis jetzt die einzige negative Erfahrung. Zum Glück. Ansonsten nur Daumen hoch.
    Hoffe es bleibt auch so.
    Nur mit steigenden Preisen, und so wird es auch in Zukunft sein, steigt auch der Neidfaktor.
    Aber den haben wir uns alle redlich verdient.
    Spätestens dann , wenn wir unsere Rechnungen beim Freundlichen , bezahlen.

    Euch noch nen schönen 2 ten Weihnachtstag.

    Gruß Roman
     
  6. Facelvega

    Facelvega Aktives Mitglied

    547
    13. September 2017
    Guten Morgen,
    ich habe folgendes Kurioses erfahren:
    Im Sommer habe ich einen Jaguar E Cabrio S1.4,2 Bj 67 verkauft, der teilrestauriert war und Classic Data Note 3+ erhielt. Der Wagen war in rot mit Klarlack neu lackiert.
    Ein Interessent hat sich das Auto angeschaut und mir mitgeteilt, dass er ein Auto für einen befreundeten "Geschäftsmann" suche, der selbst keine Zeit hat und ihn mit der Suche beauftragt hat. Der Interessent ging ausschließlich um das Auto herum, um den Lack zu untersuchen, alles andere wie die neue Innenausstattung, der komplett überholte Motor etc. haben ihn nicht interessiert.
    Dann begann die Kritik in der Form, dass der Autolack im Klarlack zwei Nasen im unteren Bereich des Lufteinlasses hätte. - Man muss wissen, dass beim Jaguar die lackiert Fläche dort ca. 60 cm nach hinten zum Motor lackiert ist. - Er teilte mir mit, dass er eine solche Lackierung niemals akzeptieren würde, weil sie unfachmännisch ausgeführt wäre. Ich fragte ihn, ob er denn nicht an der Technik etc. interessiert sei, weil das m.E. wichtiger sei als Krümmel im Lack zu suchen. Darauf bekam ich von ihm die Antwort, dass er nach dem optischen Zustand des Autos schaue, denn es könnte ja passieren, dass er den Motor als gut empfände, vom Hof fahren würde und der Motor wäre kaputt.

    Ich dachte mir, jetzt beende ich die Besichtigung des Autos, fragte ihn aber, was er denn von Beruf sei. Er gab mir zur Antwort, dass er als Lackierer im Porsche Werk in Zuffenhausen arbeite, dort nur perfekte Arbeit geleistet werde und er eine Nase bzw. Fehlstelle im Lack nicht akzeptieren würde.

    Ich habe ihn dann gebeten, in meine andere Garage zu kommen, wo mein ein Jahr alten Porsche GTS in grau metallic steht und ihm eine Stelle am unteren Schweller gezeigt, wo der Lack nicht 100% deckt und an der hinteren Stoßstange der Klarlack eine unschöne Unebenheit bzw. Nase ist. Ich gab ihm dann zu verstehen: "Das wäre meine Information zudem von Ihnen gerühmten Porsche Standard."

    Ich habe danach das Gespräch beendet mit der Bemerkung, dass ich ihm, auch wenn er es nunmehr wolle, nicht verkaufen würde.

    Das war meine jüngste Erfahrung mit Leuten, die man nicht treffen muss und denen man kein Auto verkaufen kann.
    Gott sei Dank, dass nicht alle Käufer so geartet sind.

    Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, Gesundheit, heile Autos und stetes glatteisfreie Straßen unter den Reifen.

    Alfred
     
    Memmo gefällt das.
  7. Facelvega

    Facelvega Aktives Mitglied

    547
    13. September 2017
    Hallo,

    mit fällt spontan noch eine Geschichte ein: Bei einer Veranstaltung stehen sogenannte "Experten" um meinen 650 PS italienischen Wagen und fragen wie üblich, was ist er wert ?; meine Antwort: "das was ein Interessent bereit ist zu zahlen."
    2. Frage: was verbraucht er an Benzin: " Meine Antwort war: " In der sixtinischen Kapelle fragt auch niemand nach den Heizkosten "

    Gruss Alfred
     
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  8. lowin

    lowin Aktives Mitglied

    18. April 2004
    …………es gibt auch Gutes zu berichten.


    Als ich meinen TR6 verkauft habe, kamen auch so Menschen mit komischen Fragen, u.a. auch wie schnell usw. Auch wie
    sie mit und an dem Auto sich benommen haben, gefiel mir eher nicht.

    Das Highlight war dann ein Interessent der immer nur in Abstand um den Triumph gegangen ist. Auch gefragt hat ob er
    sich einmal hineinsetzen dürfte!

    Mein Exposé intensiv studiert hat, und meinte daß er erst mal überlegen müsse.

    Gesagt getan, er kam gut eine Woche später mit dergleichen zurückhaltenden Art und hat den Triumph TR6 gekauft.

    Ich hatte meinen Kaufpreis + Restaurierungskosten komplett wieder erhalten.

    Nach gut fünfzehn Jahren rief mich der Käufer wieder an, und fragte ob ich den Triumph wieder zurückkaufen wollte.
    Der Preis war durchaus angemessen. Nein, das wollte ich nicht. Verkauft hatte ich ja wg. mangelndem Komfort. Das hat
    sich ja nicht geändert.

    Ich fand es aber durchaus nett zunächst mal beim Vorbesitzer anzurufen.
    Gesehen hatte ich ´mein´ TR6 dann noch einmal in Mannheim auf der Veterama.
    Mit meinen umfangreichen Verkaufs-Exposé.
     
  9. pagodenheimer

    pagodenheimer Aktives Mitglied

    69
    3. August 2013
    Ganz genau: Stehen lassen. Neid und Missgunst sind weit verbreitet und nehmen zu. Diese beiden "Tugenden" werden von Politikern ja auch zunehmend und gerne geschürt.

    Freu dich an deiner Pagode.

    Ich habe aber überwiegend ausgesprochen freundliche, anerkennende und interessierte Reaktionen erfahren, wenn ich mit meinem Auto unterwegs war. Es gibt auch noch viele ordentliche, freundliche und gut erzogene Zeitgenossen. Wenngleich einen manchmal das Gefühl beschleicht, dass es weniger werden.

    Liebe Pagodengrüße

    Oliver
     
Schlagworte:
Müller Classic Motors
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