Scheibenbremsen gehen nach längerer Standzeit fest

Dieses Thema im Forum "Technik - Motor, Getriebe und Fahrwerk" wurde erstellt von schlüssellos, 9. Juni 2021.

  1. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Hallo, ich bekomme allmählich grüne Punkte im Gesicht!

    Immer, wenn die Pagode einige Wochen nicht gefahren wird, habe ich das Problem, dass die Felgen heiß werden, weil die Kolben der Bremssättel - vor allem vorne und hinten rechts - sich nicht mehr richtig von der Scheibe lösen.
    Jedes mal muss ich dann die Räder abnehmen und die Beläge auseinanderdrücken, dann Bremse betätigen und so weiter hin und her, bis alles wieder geschmeidig funktioniert.

    Was könnte ich tun, um das blöde Spiel zu vermeiden?

    Grüße, Felix
     
  2. diesel

    diesel Aktives Mitglied

    201
    21. März 2010
    Hallo Felix,
    es erscheint mir ungewöhnlich, dass gleichzeitig 3 Bremssättel defekt sein sollen.
    Ich würde eher auf den Hauptbremszylinder und den hinteren linken Bremssattel tippen. Der HBZ, weil der den Druck nicht abbaut, und den hinteren linken weil der den Druck, den der HBZ aufbaut, nicht hält.
    Ist aber nur meine Meinung.
    Gruß
    Jürgen
     
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  3. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Hallo Jürgen, nein, "nur" zwei Bremssättel, vorne rechts ein wenig, hinten rechts ziemlich fest, so dass das Rad von Hand nur schwer zu drehen ist. Der hintere linke Bremssattel ist ok, geht nicht fest und hat gute Bremswirkung.

    @ Martin: Danke für die links. Verstehe ich Dich recht, dass Du meinst, ich käme um einen Austausch der betroffenen Bremssättel und Kolben nicht herum?

    Grüße, Felix
     
  4. GB

    GB Aktives Mitglied

    185
    25. März 2009
    Hallo Felix,

    ich trau mich kaum, da es vermutlich Kritik hageln wird, aber ...

    ### Beitrag zurückgezogen ###

    Gruß aus dem Sauerland
    Günter
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  5. WRe

    WRe Aktives Mitglied

    14. April 2009
    Hallo,
    für eine erste Fehleranalyse der Bremsschläuche und Sättel kann man folgendes machen:
    Man öffnet den Entlüftungsnippel des betroffenen Bremssattels, der das Problem mit dem Festsitzen hat und dreht das Rad von Hand. Wenn das Rad dann frei wird, ist es der Schlauch, wenn es klemmt, ist es der Bremssattel.
    Falls hiernach keine Veränderung eingetreten ist, würde ich mal den Brenskraftregler und den Hauptbremszylinder überprüfen.
    ...WRe
     
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  6. MartinK

    MartinK schraubt hemdsärmelig

    19. Mai 2012

    Hallo.

    Davor kann man nur ausdrücklich warnen! Elastomere in Bremsanlagen sind in aller Regel aus EPDM.

    EPDM ist NICHT beständig gegen Mineralölprodukte!

    Niemals, nie (!) hat an Bremsanlagen Öl oder Fett etwas verloren. Bitte nicht nachmachen, das ist grober Unfug. Wenn die Bremse hängt, dann überholt man die. Mit neuen Schläuchen und neuen Manschetten. Und wenn man das nicht kann, dann fragt man jemand, der sich damit auskennt. Reinigen tut man die Teile mit Spiritus oder Reinigungsmitteln auf alkoholischer Basis und als Gleitmittel und Korrosionsschutz gibt es Bremsenpaste.

    Gruß, Martin
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2021
  7. MartinK

    MartinK schraubt hemdsärmelig

    19. Mai 2012
    Ja, und neue Schläuche. Alles andere ist grober Unfug.
     
  8. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Entschuldige bitte, wahrscheinlich bin ich nur ein wenig begriffsstutzig: Den ersten Teil verstehe ich natürlich, leider Teil 2 nicht.
    Du schreibst doch, wenn es weiterhin klemmt, ist es der Bremssattel, d.h. doch also, wenn keine Veränderung eintritt, oder?
    Wenn ich die Bremsbeläge mit Gewalt zurückdrücke, wird das Rad natürlich frei und lässt sich gut drehen. Das bleibt dann auch so, wenn ich oft genug fahre. Nur bei längerem Stehen, insbesondere mehrere Monate im Winter gibt es dann wieder Probleme.
    Wenn das Problem beim Regler oder HBZ läge, müssten doch auch die Bremsen der linken Seite betroffen sein, oder?
    @ Martin: Schläuche habe ich gar nicht, es sind Metallleitungen, die alle vor etwa 10 Jahren erneuert wurden.
    Ich soll also die Bremssättel zerlegen, alles gut mit Spiritus reinigen, mit neuen Manschetten und Bremsenpaste wieder einsetzen und dann sollte es klappen?

    Grüße, Felix
     
  9. ursodent

    ursodent ursus antennae

    9. Mai 2004
    Felix, natürlich hast du Schläuche...an jedem Rad. Wie sollte sonst ein Rad resp. eine Achse einfedern können ?

    Sie sitzen an der HA weiter fahrzeugmittig...:

    Bremsseile Differential1.JPG

    Ansonsten vorn:

    DSC00018_2.JPG
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2021
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  10. WRe

    WRe Aktives Mitglied

    14. April 2009
    Hallo,
    wenn du deine Bremsbeläge mit Gewalt zurückdrücken musst, dann wären für mich die Bremskolben der ersten Kandidaten, die ich überprüfen würde. Das würde auch zu deinem Schadensbild passen, dass es nach längerem Stillstand passiert. Dann sind sie halt "fest gerostet". Dass es zeitgleich an 3 Rädern passiert ist halt ungewöhnlich, aber die Bremsen von Mercedes seiner Zeit waren bekannt dafür, auch bei anderen Modellen.
    Die Bremssättel zu überholen** und mit neuen Dichtungen oder auch neuen Kolben (komplettes Set für 20€*) zu versehen, ist kein Hexenwerk und preiswert. Allerdings wenn man den Sattel nicht trennt, was man angeblich nicht tun soll, ist es eine arge Fummelei.
    ...WRe
    * https://www.daparto.de/Teilenummernsuche/FRENKIT/257926
    **
     
  11. Bernd R.

    Bernd R. Aktives Mitglied

    300
    23. Juli 2008
    Hallo Felix,
    Bremsschläuche können mit der Zeit zuquellen, daher sind die Schläuche bei einem solchen Problem immer eine mögliche Fehlerquelle.
    Martin weist daher mit Recht darauf hin, daß man die Schläuche in jedem Fall mal mit austauschen sollte.
    Bei einem zugequollenen Schlauch passiert folgendes:
    Durch den hohen Druck, mit dem du die Bremsflüssigkeit durch einen zugequollenen Schlauch presst, werden die Bremskolben zwar noch gegen die Klötze gedrückt, aber die Spannung des Gummiringes, der die Kolben durch seine Verformung wieder zurückstellen soll wenn der Druck nachlässt, reicht dann nicht mehr aus, um die Flüssigkeit durch die zugequollene Stelle wieder Richtung HBZ entweichen zu lassen.Daher löst die Bremse nicht mehr richtig.Öffnest du jetzt die Entlüftungsschraube, entweicht der Druck und wenn die Bremse dann wieder löst kannst du davon ausgehen, daß der Schlauch verengt ist.

    Da bei dir das Problem aber "von alleine" nach längerer Standzeit entsteht, spricht erst einmal einiges dafür, daß deine Bremskolben durch Rost im Sattel festgehen.

    Das Zerlegen der Bremssättel ist eine Arbeit, die nur Leute machen sollten, die genau wissen was sie tun!

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd
     
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  12. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Ich Dussel, natürlich habt Ihr recht: Ich habe nur auf die Umgebung der Bremssättel geschaut und da sind es Rohre. Aber klar, Schläuche habe ich natürlich auch!!!!

    Und keine Sorge: So naiv bin ich nicht, wenn die Bremssättel zerlegt werden müssen, werde ich das natürlich nicht alleine tun, sondern nur mit fachkundigem Beistand.

    Ich wollte es mal ganz alleine hinbekommen, aber das wird wohl nichts.......

    Na, immerhin die Vorarbeiten habe ich ja schon mal gemacht. Ich werde jetzt ausprobieren, ob es an den Schläuchen, oder an Korrosion der im Bereich der Kolben liegt und dann entsprechend vorgehen.

    Und natürlich Bremsenpaste verwenden. Die muss ich noch schnell besorgen, was für eine Marke soll ich kaufen?

    Grüße, Felix

    p.s.: Danke für das Video!
     
  13. WRe

    WRe Aktives Mitglied

    14. April 2009
    upload_2021-6-9_18-1-41.png
     
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  14. Rainer B

    Rainer B Aktives Mitglied

    649
    7. Juni 2006
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  15. Mark-RE

    Mark-RE Aktives Mitglied

    744
    19. Juni 2018
    Einfach alles einmal neu machen, DOT 5.0 Silikonbremsflüssigkeit rein und vergessen.
     
  16. luftikuskh

    luftikuskh Aktives Mitglied

    326
    5. Juni 2011
    Mark, Bravo, so habe ich es auch gemacht und seit über 14 Jahren Ruhe
     
  17. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Hallo Mark,
    darf ich nochmal nachfragen: Was genau meinst Du mit "alles"? Doch nicht auch HBZ und Regler z.B. ?
    Grüße, Felix
     
  18. Mark-RE

    Mark-RE Aktives Mitglied

    744
    19. Juni 2018
    Also das "Reglerthema" hatte ich nur einmal, beim Manta, den habe ich gut gespült. Die Regler betreffen bei ner Pagode ja nur die 230SL mit Trommelbremsen hinten, die 250/280 SL haben ja keinen wenn ich mich recht entsinne. Der Manta fährt jetzt ohne dass ich irgendwas an der Bremse gemacht habe, seit 2007...

    Hauptbremszylinder gehört selbstverständlich neu, genau wie die Bremssatteldichtungen (und wenn Korodiert auch die Kolben), wobei die O Ringe in den Sattelhälften unproblematisch sind. Schläuche wechselt man ebenso.

    Meinen 59er Rekord, da habe ich 2003 Silikonbremsflüssigkeit eingefüllt und nach 50.000km die Bremsbeläge der Vorderachse erneuert, da Verschlissen. Ansonsten hab ich außer Trommeln ausblasen und nachstellen nie wieder was an der Bremse gemacht. Den Voratsbehälter (Gussteil) habe ich schon seit über 10 Jahren nicht mehr aufgeschraubt. Das Auto kannst du 8 Monate in die Ecke stellen, Schuss Sprit in den Vergaser, Kupplung losknacken (die bappt dann fest), aber der Tritt auf die Bremse ist wie gestern abgestellt.
     
  19. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Und muss ich die Rohrleitungen irgendwie ausspülen? Ich habe derzeit ja DOT 4 und das verträgt sich doch nicht mit Silikonbremsflüssigkeit, oder?
     
Müller Classic Motors
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