Servolenkung zieht nach links - bei Geradeauslauf steht Lenkrad schief !

Dieses Thema im Forum "Technik - Motor, Getriebe und Fahrwerk" wurde erstellt von Wupperprinz, 29. Mai 2016.

  1. Wupperprinz

    Wupperprinz Sternschnupperer

    102
    8. Februar 2010
    Guten Abend,

    war heute unterwegs und als ich nach einer kleinen Rast auf der grünen Wiese
    im Schritttempo zurück auf die Strasse fahren wollte, zog die Servolenkung plötzlich etwas nach links.

    Es ist interessanterweise so, dass wenn man das Lenkrad loslässt, dieses die Tendenz hat in "Grundstellung"
    also quasi die eigentliche Stellung für Geradeauslauf einzunehmen. In Wirklichkeit zieht der Wagen dann jedoch nach links.
    Um geradeaus zu fahren, muss man das Lenkrad nun cirka 120° nach rechts drehen.

    Das Ganze ist wie gesagt schlagartig aufgetreten. Ich bin dann noch cirka einen Kilometer vorsichtig und
    langsam weiter gefahren und habe den Wagen bei einem Freund abgestellt.
    Einer Lenkung, der man nicht mehr trauen kann, ist wohl so ziemlich der Supergau, wenn es um Fahrsicherheit geht.

    Im Laufe der Woche möchte ich ihn dann in einer freien Werkstatt auf die Bühne nehmen, in der Hoffnung den Fehler zu finden.
    Leider gibt es hier in Tschechien weit und breit keine Werkstatt mit "Pagodenerfahrung".

    Hatte vielleicht einer aus dem Forum schon mal das selbe Symptom?

    Schöne Grüsse,
    Markus
     
  2. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Markus,

    das hörf sich für mich so an, als ob links die Bremse festgegangen wäre. Hast du nach der Fahrt mal an die Radkappen gefasst? Wenn eine davon heiß ist, hast du den Übeltäter lokalisiert.

    Gruß

    Ulli
     
  3. Wupperprinz

    Wupperprinz Sternschnupperer

    102
    8. Februar 2010
    Servolenkung zieht nach links

    Guten Abend Ulli,

    das mit der Bremse habe ich nicht probiert und da bin ich auch nicht drauf gekommen. Ich prüfe das gleich Morgen. Das wäre ja dann noch ein überschaubarer Reparaturaufwand.

    Danke und schöne Grüsse,
    Markus
     
  4. Wupperprinz

    Wupperprinz Sternschnupperer

    102
    8. Februar 2010
    Querlenker lose

    Hallo Ulli,

    Ich habe heute mal mit dem Pagoden-Wagenheber den Vorderwagen angehoben und druntergeschaut. Die Bremse war es nicht, sondern wie hier auch mal beschrieben:

    http://www.pagodentreff.de/diskussionsforum/t7628-fahrzeug-zieht-extrem-rechts.html

    Es fehlen zwei ! Befestigungsbolzen am Querlenker unten innen (siehe Photo). Man bin ich froh, dass das bei langsamer Fahrt aufgefallen ist.
    Die 1. Schraube hatte sich wahrscheinlich schon länger verabschiedet.
    Und das obwohl die Muttern auf der Gegenseite eigentlich mit einem Federring gesichert sein sollten.

    Ob das so war, kann ich nun nicht mehr nachvollziehen.
    Ich bestelle nun die Teile und dann werden alle Schrauben / Verbindungen am Fahrwerk mal nachgezogen / überprüft.

    Schöne Grüsse,
    Markus
     

    Anhänge:

  5. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Markus,

    da hast du aber noch richtig Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist!

    Gruß

    Ulli
     
  6. coca-light

    coca-light Aktives Mitglied

    519
    16. Juli 2006
    Hallo Markus,

    dito! Gut dass Du den Fehler gleich gefunden hast und nichts weiter passiert ist.

    Grüße
    Peter
     
  7. Bernd R.

    Bernd R. Aktives Mitglied

    298
    23. Juli 2008
    Schrauben gelöst

    Hallo Markus,

    ist Deine Vorderachse mit Kunststoff beschichtet?

    Grüße

    Bernd
     
  8. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Bernd,

    ob beschichtet oder lackiert, spielt keine wesentliche Rolle. Das kontrollieren und ggf. nachziehen der Querlenkerbolzenverschraubungen gehört zum von DB vorgegebenen regelmäßigen Inspektionsumfang. Leider wird das aber meistens nicht beachtet. Ist jetzt der dritte mir bekannte Fall...

    Gruß

    Ulli
     
  9. coca-light

    coca-light Aktives Mitglied

    519
    16. Juli 2006
    Inspektionsumfänge-Umfänge

    Hallo Ulli,

    gibt es für die Inspektionsumfänge noch Literatur?
    Sind diese im Werkstatthandbuch auch beschrieben?

    Grüße
    Peter
     
  10. 230sl64

    230sl64 Aktives Mitglied

    357
    29. März 2008
    Sechskantschrauben mit Kopf nach oben

    Hallo Ulli und alle anderen,
    im WHB wird unter 33-1/8 in FETTSCHRIFT der Hinweis gegeben, dass im Reparaturfall die Sechskantschrauben der unteren Querlenkerbolzen mit dem Kopf nach oben zu montieren sind! Diese Lösung soll verhindern, dass bei Verlust der Mutter, die Schraube nicht herausfällt und der Querlenkerbolzen gehalten wird.
    Wie ich auf dem Foto mit den herausgefallenen Schrauben erkennen kann, müssen die beiden vorhandenen Schrauben noch gedreht werden : d.h. "Kopf hoch" und mit 13 kp anziehen!!
    LG aus Bochum
    Norbert
     
    schmidtmitdt gefällt das.
  11. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Peter,

    Du findest das im WHB unter Arb.-Nr. 0-9 "Schmier- und Wartungsarbeiten". Vorgegebenes Prüf-/ Wartungsintervall: Alle 18.000 km sowie bei der Frühjahrs- und Herbstdurchsicht.

    Gruß

    Ulli
     
  12. coca-light

    coca-light Aktives Mitglied

    519
    16. Juli 2006
    Super!

    Danke Ulli :)

    Grüße
    Peter
     
  13. Wupperprinz

    Wupperprinz Sternschnupperer

    102
    8. Februar 2010
    Pfusch am Bau

    Guten Tag nochmal,

    Danke an alle, die mir hier geholfen haben.

    Ja Ihr habt recht. Die Schrauben müssen gedreht werden und sind bei mir alle (auch auf der anderen Seite) verkehrt rum drin.

    Es gibt zu der Sache eine Vorgeschichte, die ich hier nur kurz zusammenfasse.
    Der Wagen wurde vor cirka 5 Jahren neu lackiert und vom damaligen Betrieb auch zerlegt und wieder zusammen gebaut.

    Beim Zusammenbau sind einige grobe Fehler gemacht worden, die entdeckt wurden,
    als ich den Wagen kurze Zeit später bei einem Pagoden-Fachbetrieb überprüfen liess, da ich misstrauisch gewoden war.

    Dort hat man die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und es hat cirka 1,5 Tage gedauert, bis alles am Fahrgestell, Bremsen,
    Kardanwelle usw. richtig montiert und befestigt war. Offensichtlich wurden die falsch gedrehten Befestigungsbolzen am Querlenker dabei jedoch übersehen.

    Ich selbst war damals noch Frischling und hätte es nie für möglich gehalten, dass man mit einer Werkstatt (also der 1.) so reinfallen kann.
    Ich habe dann durch einen "Schlichter" - ein Mitglied hier im Forum - zwar noch einen gewissen finanziellen Ausgleich von diesem Betrieb erhalten.
    Aber in Summe war das ein Minusgeschäft, wenn man Nerven, Zeit und getrübte Fahrfreude dagegen aufwiegt.

    Schöne Grüsse,
    Markus
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2016
  14. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Markus,

    ich habe damals als Neuling mit einem hier in der Gegend als ausgewiesene Oldtimerwerkstatt bekannten Betrieb ebenfalls so meine (ersten) Erfahrungen gemacht und jede Menge Lehrgeld bezahlt. Vermutlich geht es mehr Leuten so, als es offen zugeben wollen. Die Erfahrung kommt letztendlich mit den Jahren und dann überwiegt die Fahrfreude.

    Also: Schrauben umdrehen und auf die Sonne warten.:)

    Gruß

    Ulli - Zeit, dass sich was dreht...
     
  15. ursodent

    ursodent ursus antennae

    9. Mai 2004
    So schlimm bei jenem, den wir wohl beide meinen??

    Michael
     
  16. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Yes, Sir....
     
  17. hkollan

    hkollan Aktives Mitglied

    141
    5. August 2004
    Hallo,

    Wenn man schon dabei ist, am besten auch kontrollieren das die Schrauben von Festigkeit 12,9 sind. Hab da schon 8,8 Schrauben gesehen die halten NICHT ewig.

    Gruss,

    Hans
     
  18. friese

    friese Aktives Mitglied

    806
    11. Januar 2004
    Hallo Ihr,
    Oh Gott, mal wieder kurz im Forum,
    Und dann diese Grusel- Restaurationen.
    Ich bin dann mal wieder weg, und lese schmunzeln weiter. :schlafen:
    Zum Glück habe ich das Auto nicht gefahren.
    Sorry, aber das müsste nicht sein, Gruß Friese
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2016
  19. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Memmo,

    das Problem ist, dass meistens einfach drauflos geschraubt wird, ohne vorher einen Blick ins WHB geworfen zu haben. Selbst bei den vermeintlich banalsten Dingen stößt man dort zuweilen auf unerwartete Vorgaben.

    Für die Einhaltung von Wartungsvorgaben ist man selbst verantwortlich. Da brauch es eigentlich keinen Werkstatthinweis für.

    Gruß

    Ulli
     
  20. Wupperprinz

    Wupperprinz Sternschnupperer

    102
    8. Februar 2010
    Guten Tag,

    ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion führen, aber es ist etwas anderes, ob man als Werkstatt selbst Teile montiert,
    oder die Fehler einer anderen Werkstatt finden muss. Meine 2. Werkstatt hat hier sehr gut gearbeitet und von geschätzt 15 Montagefehlern, 14 gefunden.

    Ich bin sicher, dass es im KFZ-Handwerk eine Grundregel ist, dass Bolzen so eingebaut werden sollten, dass sie nicht durch die Schwerkraft rausfallen können, falls sich eine Mutter löst.
    Um das zu wissen braucht man kein WHB, sondern als Lehrling nur einen Meister, der einem das einpläut.

    Und genau da hat es bei meiner 1. Werkstatt gehapert. Die vorgegeben Fachkenntnisse + Erfahrung war nicht vorhanden. Man hat mich schlicht und einfach belogen.

    Ich glaube nicht, dass bei der Hälfte der Pagoden die Bolzen falsch rum drin sind. Eher da wo unerfahrene Selbstschrauber und ungelernte Kräfte am Werk waren.

    Schöne Grüsse,
    Markus
     
Müller Classic Motors
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