Pagode kaufen, viele offene Fragen

Dieses Thema im Forum "Karosserie - Blechteile und Lackierung" wurde erstellt von pal1972, 1. Oktober 2019.

  1. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019
    Zäumen wir das Pferd doch mal von hinten auf.....
    Wenn ich dich richtig verstehe, läuft es immer auf eine Vollrestauration hinaus.
    Was ich nicht richtig einschätzen kann sind die Blecharbeiten/Rostschutz/Lack.
    Motor und Getriebe wäre ich was die Revision angeht ganz gut bedient.
    Chromteile und Innenausstattung sind da wohl eher zu vernachlässigen wenn ich richtig informiert bin.

    VG
    Stephan
     
  2. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019
    Hallo Recardo,
    vielen Dank für die Info, leider ist die Farbe nicht so meins....
    VG
    Stephan
     
  3. Memmo

    Memmo Memmo

    22. Mai 2008
    Moin,
    ich kann es verstehen, dass man glaubt selber eine Pagode besser zu restaurieren.
    Aber wer glaubt eine Pagode unter 100.000 zu restaurieren, der sollte seine Ansprüche nicht ganz so hoch ansetzen.

    Schon eine 230 in einem schlechten Zustand kostet mindestens 30.000.
    Dann müssen viele Teile erneuert oder ausgebessert werden.
    Bleche, schweißen, Achsen, Motor, Instrumente, Lack usw.

    Wenn alles gut läuft und man Glück hat kann man die Pagode in 1-2 Jahren bekommen.

    Chrom und der Zusammenbau usw. kommt alles noch dazu.

    Wer viel selber machen kann und dazu schon eine gewisse Erfahrung hat, den kann ich es empfehlen.

    Sonst sollte man schauen, ob man irgendwann die richtige findet.

    So einfach mal restaurieren, sage ich nur: Viel Erfolg.

    Grüße Memmo
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2019
    branro1, Rainer B, citynails und 2 anderen gefällt das.
  4. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019
    https://mobile.de/25BLX2
    Guten Abend Memmo,

    hab ich mich falsch ausgedrückt? Ich/wir können nicht besser restaurieren, ist auch nicht mein Anspruch!
    Grundsätzlich, bin ich nur der Meinung, dass die z.T angebotenen Blender keine 90.000€ Wert sind.
    Handwerklich geschickt ja, restaurieren einer Pagode um Himmels willen, nein, hier gibt es Spezialisten die dies besser können.

    Zeit spielt für uns beim Thema Pagode eine sekundäre Rolle.

    VG
    Stephan
     
  5. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019
    Habe bei Mobile diese Pagode gesehen, leider fehlen sehr viele Teile oder sie sind nicht mehr zu gebrauchen.
    Über die Qualität der getätigten Arbeiten kann ich nichts sagen.
    Die Farbe gefällt mir ganz gut, und preislich geht hier sicher auch noch etwas.
    Motor hat auch eine Revision erhalten und die Achsen sind soweit ich sehen konnte neu.

    Mark, kannst Du die Pagode mal auf Mobile ansehen?
    LG
    Stephan
     
  6. goldhamme_rulez

    goldhamme_rulez Aktives Mitglied

    595
    20. Juli 2004
    Guten Abend -

    es gibt ja schon genüg andere Threads, wo die Kosten eine Restaurierung besprochen werden, und die Kollegen haben es schon durch die Blume gesagt, aber ich versuche es auch noch mal - ohne Erfahrung und mit dem Budget wirst Du leider wahrscheinlich nicht glücklich werden.

    Ich bin seit 15 Jahren am Restaurieren und immer noch nicht fertig ... siehe meine Threads ...

    Herzlichen Gruß

    Oliver
     
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  7. Ulli

    Ulli Altbenzlenker

    3. April 2004
    Hallo, Stephan,

    ich mache es mal kurz: Das, was Du anstrebst, ist für diesen Kurs nicht zu bekommen - leider.

    Selbst, wenn Du ein blechmäßig gutes Exemplar erwischen solltest, bleibt die Technik. Die oben verlinkte Karosse in diesem späten Zustand der Restaurierung würde, bis sie fertig ist, vermutlich im 6-stelligen Bereich liegen. "Ersatzteile können nur noch zum Teil verbaut werden" heißt übersetzt, nicht verwertbarer Schrott. Die Kosten für die benötigten Teile dürfte der Grund für den Restaurationsabbruch in diesem späten Stadium sein. Oder das Streben nach einer schnellen Mark. Denn es stellt sich die Frage, ob und wie die Blecharbeiten überhaupt dokumentiert wurden. Wer weiß, wie es unter dem hübschen Lack aussieht...

    Gruß

    Ulli
     
  8. H.J.

    H.J. Aktives Mitglied

    984
    4. August 2009
     
  9. schmidtmitdt

    schmidtmitdt Aktives Mitglied

    132
    12. Januar 2019
    Es kommt immer auf den Anspruch und die persönliche Situation und den Kontostand an.
    Leider geht auch bei einer angepriesenen unrestaurierten Pagode mit wundervoller Patina, eingekauft für 70-80T€, leider nach kürzester Zeit im Betrieb der alten (ca. mind. 50 Jahre), nicht restaurierten Technik "etwas" kaputt.
    - Das wird dann repariert, dann geht das nächste Teil kaputt, und dann das nächste. (Simmering, Heizungsventil, Wärmetauscher, Motorlager, usw, usw, ...) Da steckt viel Technik drin.
    - Dann kommt bald der versteckte Rost zum Vorschein. Dann muss an der Karosserie (Blech) repariert werden (vorsicht: schnell sehr, sehr teuer), die danach, weil evtl. alter Metallic-Lack schwierig zu reproduzieren ist:
    - partiell bis voll lackiert werden muss (vorsicht: schnell sehr, sehr teuer).
    - Vorher, da nicht gepfuscht werden soll, muss sehr vieles demontiert werden, was hinterher montiert werden muss (vorsicht: sehr, sehr teuer).
    - Dann der Innenraum: das Holz, der Bezugsstoff, der Teppich hat gelitten. Partieller Tausch geht nicht, wegen Farb- und Strukturunterschieden zwischen alt und neu, also kompletter Tausch.
    ---> Und schwupps, sind nochmals summa summarum zB 50-60 T€ (wenn alles in Werkstatt gemacht) weg.
    - Dann fährt man, in froher Hoffnung, bis das nächste Teil kaputt geht...

    Wie gesagt, alles eine Frage des eigenen Anspruchs. Wer mit Rost, vielen Unzulänglichkeiten und Unzuverlässigkeiten leben will, ist bereits mit 70-80 T€ dabei, bei einer aus USA mit etwas weniger. Aber dafür ist sie viel zu schön, um schlecht dazustehen. Und um sich zu ärgern, weil die Frau wieder was zu meckern hat und nicht mehr einsteigt, dabei ist die gemeinsame schöne Zeit so wertvoll. Es wäre eine ausgesprochene Schande!

    Und trotzdem ist sie sagenhaft schön. Und macht viel Spaß. Wie bei den eigenen Kindern: Sie können noch so viel Mist machen, die Liebe und Verbundenheit ist tief verankert.
     
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  10. Memmo

    Memmo Memmo

    22. Mai 2008
    Hallo Stephan,

    ich wollte damit nicht sagen, dass du glaubst besser zu restaurieren als andere.
    Nur wenn du alles weggibst, dann lass es dir gesagt sein, die angeblichen Profis werden fast alle zum Anfänger und du steckst immer mehr Geld und Zeit rein.

    Nur für den Zusammenbau habe ich Angebote ab 15.000 bekommen und dann wenn alle Teile auch noch zur Hand sind. Ich habe mehr für den Zusammenbau bezahlt.

    Ich spreche aus Erfahrung und meine Pagode hat inzwischen viel viel mehr gekostet als gewollt und geplant.

    Ich kann dir nur empfehlen eine schon fertige zu kaufen, bei der die Arbeiten nachvollziehbar sind.

    Nur der Motor hat bei mir über 10.000 gekostet.

    Klar kriegt man es auch günstiger hin wenn alles vernünftig abläuft.

    Viel Erfolg wünsche ich bei der Entscheidung.

    Grüße Memmo
     
  11. schlüssellos

    schlüssellos Aktives Mitglied

    4. Februar 2009
    Hallo Stephan,
    grundsätzlich solltest Du Dir auch Gedanken machen, welcher "Schule" Du Dich verbunden fühlst:
    Ganz grob gesagt, gibt es eine Denkweise, die "Vintage-Oldtimer" mit Geschichte bevorzugt, d.h. möglichst viel original, dafür aber natürlich mit Gebrauchsspuren. Gepflegt und gehegt, aber mit Falten und kleinen Rissen im Leder, kleinen Lackschäden u.s.w..
    Die Anderen ziehen Fahrzeuge vor, die aussehen, als seien sie letzten Monat aus der Fertigung gekommen, allerdings ohne "Geschichte" und mit nur noch wenig verbliebenen Originalteilen.
    In letzter Zeit habe ich zunehmend den Eindruck, dass die zuerst genannten die Oberhand gewinnen, aber das täuscht vielleicht und ist auch ein wenig länderspezifisch, in den USA ist wohl die "Pebble-Beach-Condition" nach wie vor der Goldstandard.
    Wenn Du Dich bei Deiner Suche auf eine bestimmte Farbe festlegst, ist das sehr hinderlich, der Zustand von Blech und Technik ist da sehr viel wichtiger.
    Wenn Du schon auf die Farbe achtest, solltest Du unbedingt anhand der Plakette überprüfen, ob es der Originalfarbton der Auslieferung ist.
    Grüße, Felix
     
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  12. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019

    Guten Tag Memmo,

    vielen Dank für die Einschätzung....

    Wie gesagt, ich habe mir nur Gedanken gemacht, ob es nicht besser wäre gleich ein schlechteres Exemplar zu erwerben um es dann korrekt wieder aufzubauen.
    Das dies am Ende teurer wird als unser momentanes Budget ist mir klar, man benötigt aber auch nicht das ganze Restaurationsbudget auf einmal.

    Man hätte aber die Sicherheit, dass die Arbeiten gut gemacht sind und Rost für die nächsten Jahre keine Chance hat.
    Ausserdem hätte man eine gut dokumentierte Restauration.

    Was die Farbe angeht, sind wir eigentlich recht offen, nur "Weiss" sollte die Pagode nicht sein. Das die Auslieferungsfarbe lackiert wird/wurde setze ich einfach mal voraus!

    Wir haben auch keinen Zeitdruck, warum auch, es wäre sicher schön ein tolles Exemplar für einen guten Preis zu finden, scheint aber nicht möglich zu sein..........

    Vielen Dank an alle bis dahin....
    LG

    Stephan
     
  13. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019
    Hallo Felix,

    gebrauchsspuren wären o.k- habe nur keine Lust, dass mir die "Grazie" unter dem "Hintern" weg fault!
    Von dieser Seite betrachtet, wäre die Aussage von Mark für uns die Richtige.
    Das Budget, müsste somit auch nicht sofort bei 120.000€ liegen, sondern würde sich im Laufe der Arbeiten auf diese Summe steigern!
    Wir werden dies genau abwägen, und dann hoffentlich eine für uns gute Entscheidung treffen....

    LG
    Stephan
     
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  14. Bernhard R.

    Bernhard R. Aktives Mitglied

    418
    3. August 2014
    Hallo Stephan,
    drücke Dir die Daumen für den generalsstabsmäßigen Approach.
    Ich glaube eher, daß die Autos "sich den Besitzer aussuchen" und überraschend auftauchen, wenn man gar nicht daran denkt.
    Bin gespannt wie es bei Dir sein wird.
    Viel Erfolg!
     
  15. kdskw

    kdskw Aktives Mitglied

    250
    18. März 2014
    Hallo Stephan,
    mein erster Missgriff mit einer aufgehübschten und mit falschem 2+ Gutachten versehenen Pagode hat ca. €18.000 an Anwaltskosten verursacht bis diese wieder zurück genommen wurde. Daher ganz wichtig, vorher fals noch nicht vorhanden eine gute Rechtsschutzversicherung abschließen.
    Viele Grüße Klaus
     
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  16. baschbret

    baschbret Aktives Mitglied

    659
    8. November 2005
    Vor dieser Frage stand ich vor 20 Jahren auch bzw. nicht, da ich damals auch die noch niedrigeren Preise nicht auf der Bank hatte. Also Grotte gekauft und mit der Werkstatt vereinbart, dass sie über Jahre aufgebaut wird. Hat zwar dann mit dieser Werkstatt nicht geklappt, aber ein Kontakt nach Ungarn hat das Projekt gerettet, auch zu sehr annehmbaren Konditionen. Von der "Schule " stand ich damals zwischen den Lagern, da Patina bei einer Grotte eben kaum zu erhalten ist, man braucht einfach neues Leder und eine Lackierung, an Altteilen wurde aber soweit möglich alles verwendet und/oder repariert. Laut Gutachten ist es heute eine 2-, die aber sicher kaum einer inserierten 2- entspricht, da ja alles auseinander und blank war und ich technisch bei Motor, Bremsen, Fahrwerk, Lack etc. einen Neuwagen hatte, der jedoch wegen pickligen Chroms, vergilbter Wasserflasche uva. nur wie eine 2- wirkt. Wäre ja vielleicht auch eine Lösung, wobei ich nicht weiß, ob sich das heute noch lohnen würde, damals war das Preisniveau in Ungarn 1/3.
     
  17. Mark-RE

    Mark-RE Aktives Mitglied

    395
    19. Juni 2018
    Den Abbruch auf Mobile habe ich gesehen.
    Es gibt dabei 2 wichtige Faktoren:
    a) Man muss sehen, ob die Karosserie wirklich richtig gemacht ist. Dass kann man nur vor Ort, ist aber wenn Haube, Türen und Kofferdeckel angebaut sind, machbar. Man muss aber feststellen, ob das Auto wirklich blank war, also braucht Bilder vom Unterboden und Informationen darüber, wie der Rost entfernt wurde. Ich kenne da nur 2 funktionierende Methoden, Sandstrahlen & EP Grundieren oder KTL beschichten, sonst ist der Lack nix wert.

    b) Man muss sicherstellen, dass alle Teile dabei sind, dafür braucht man jemanden der sich mit dem Auto 100%ig auskennt...

    Die Frage ist, was man mit einem Oldtimer macht. Mein Vater hat z.B. ein über 60 jähriges Fahrzeug in Originalzustand. Damit fährt er wenig und nicht im Regen, was kaputt ist, wird repariert.

    Dann haben wir auch auch Gebrauchsoldtimer, ich einen, er einen. Wir haben die Autos richtig restauriert, die sind schon über 15 Jahre im Einsatz und haben in der Zeit eine deutlich 5 stellige Fahrleistung hinter sich gebracht. Meiner über 50.000km und sogar 3 Jahre im winterlichen Alltagsbetrieb... Rost ist an den Autos überhaupt kein Thema, eigentlich macht man daran nicht mehr wie mal ne Wasserpumpe, Ölwechseln, Abschmieren, paar Unterbrecherkontakte, etc. Normale Wartungsarbeiten.

    Ich hatte die Tage nen 190SL hier, den hat mein Lehrmeister (mitlerweile Tot) restauriert, der hat natürlich auch wieder Verschleißreparaturen. Das Dach ist wieder durch, Spurstangen, Achsschenkel, Bremsen, Hardyscheibe, etc. so Verschleißkram halt. Die Karosserie hat 0 Rost, Motor Getriebe Hinterachse & Co ist alles fit, naja, dass Auto wurde ja auch viel gefahren... Fahrzeugauslieferung war 1983...

    Wenn du son Auto nur 1000 oder 2000km im Jahr fährst, nur bei schön Wetter, dann kannst du nen "Oldtimer" kaufen und reparierst was kaputt geht. Wenn du damit aber wirklich fahren willst und 5-10.000km im Jahr abreißt, dann kommst du nicht umhin, die Technik einmal zu machen, dann sieht das Auto auch Regen, der geht in die in der Regel eh schon Reparaturgeflickten Hohlräume rein, die Karre fängt dann überall an zu rosten.

    Wenn du ein neu lackiertes Auto kaufst, eine Lackierung wird ja nicht ohne Grund gemacht, sondern auf Grund von Macken, Dellen, Kratzern & Rost. Wenn der Rost nicht 100%ig entfernt wird, sondern überlackiert wird was der Regelfall ist, dann kommt der im alltäglichen Gebrauch nach wenigen Jahren wieder durch. Machst du dass Auto nie nass, passiert da ewig nix, aber fährst du ihn auch im Regen, hast du ganz schnell wieder so unlustige kleine Bläschen. Ein Lackierer kriegt den Rost ja nicht aus den Poren, dass geht nur mit nem Sandstrahlgerät, sonst kommst du in Rostporen nicht rein. Klar, Kleinigkeiten kann man rausschleifen oder kratzen, aber nicht n ganzen Unterboden...

    Das würde ich machen. Du musst aber bedenken, dass es bei aktueller Auftragslage von Restaurationsbetrieben aber sicherlich n Jahr dauern wird, bis jemand überhaupt Zeit hat an zu fangen und dann 2-3 Jahre bis das Auto fertig ist. Allerdings ist das Budgetmäßig wie ein Ratensparvertrag, man bezahlt dass Auto in Raten und wenn die letzte Rate bezahlt ist, ist das Auto fertig und wenn man 3-4 Jahre drauf wartet, hat man ja auch noch Zeit zum sparen. Im übrigen ist man mit so nem Projekt ja auch beschäftigt, wenn man es machen lässt, geht gucken, übernimmt vieleicht selbst einige Arbeiten oder kann bei manchen Dingen helfen und füllt auch damit einen Teil seiner Freizeit. Die würde man sonst ja auch anders füllen was auch Geld kostet...

    Wichtig ist nur, dass es bei so einem Projekt einen Verantwortlichen Projektleiter gibt. Du wirst keine Firma finden, die alle Arbeiten im eigenen Hause macht. In der Regel gehen diverse Dinge, egal ob es Sandstrahlarbeiten, Verchromung oder Sattlerarbeiten, Lackiererei, etc. ist außer Haus. Das muss dann jemand koordinieren, überprüfen und abnehmen, der hinterher für das Ergebnis verantwortlich ist. Das sollte man vorher vertraglich so regeln (schriftlich), dass ausgeschlossen ist dass man dir hinterher Mondrechnungen schreibt. Aber es muss m.E. auch am Ende jemand verantwortlich sein, denn nur wenn am Ende jemand verantwortlich für dass Ergebnis ist, wird er darauf achten dass schon am Anfang richtig gearbeitet wird und nicht geschludert wird un Fehler gemacht werden, die man hinterher nicht, oder nur sehr teuer korrigieren kann. Da muss hinterher jemand stehen, der auch den Kopf für die Fremdarbeiten hin hält und dir nicht sagt "ja, dass der Motor nicht richtig läuft, da fragen sie mal den Motoreninstandsetzer", "ja, dass die Türen nicht passen, da fragen sie mal den Karosseriebauer", "ja, warum der Lüftungsmotor jetzt jault, da kommen wir jetzt auch nicht mehr dran" und so Späße...

    Und der Betrieb sollte in räumlicher Nähe sein, so dass man Entscheidungen mal eben vor Ort zusammen treffen kann, das man selber gucken gehen kann, etc.

    Das Thema "es muss ja kein 1er sein", naja, dass höre ich oft.
    Klar kann man eine brauchbare Innenausstattung aufarbeiten. Klar kann man bei der Lackierung sparen und mit einer 2er Lackierung leben, statt 1er Spiegelglanz, vor allem wenn man das Auto nutzen will, kriegt es eh wieder Macken... Klar kann man auch ne Zierleiste mit leichten Kratzern wieder dran schrauben. Das sind aber keine Kriegsentscheidenen Posten.
    Ob der Karosseriebauer 40 Stunden mehr macht und ne Top Karosserie macht, das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. Ob man die Vorderachse nur technisch notwendig überholt, oder ob man die Querlenker, Achsschenkel und Achsträger noch Sandstrahlt und lackiert, macht finanziell auch keinen großen Unterschied und wenn man einen Motor überholt, die Aluteile zu Strahlen und die verzinkten Teile neu zu zinken macht bei sowas auch nur einen oberen 1 Stelligen Prozentbereich aus. Wenn du n Scheinwerfer in der Hand hast, wirst du nicht umhin kommen den zu zerlegen, Einsteller neu zu machen damit du den überhaupt TÜV gerecht eingestellt bekommst, Reflektoren neu zu verspiegeln und ggfls. die zernagelten Scheinwerfergläser zu erneuern damit du im dunkeln was siehst und der TÜV zufrieden ist und die Dichtungen wirste dann auch neu machen müssen. Was willst n dann noch zu nem nicht 1er Scheinwerfer sparen? Die alten Birnen wieder rein machen oder die Nebelscheinwerferreflektoren nicht verspiegeln lassen? Die 100€ machen dann auch keinen Unterschied mehr.

    Das Problem ist, dass die meisten mit der Karosserie anfangen. Das ist auch durchaus die richtige Vorgehensweise. Das Problem ist aber, dass da oft gespart wird. Ich habe jetzt grade wieder solche Diskusionen gehabt... "Ja ob das Eisstrahlen wirklich nötig ist", "ja muss denn der Unterbodenschutz im Kofferraum wirklich runter", "ja muss denn der Lack wirklich ganz ab"... "Ja muss dass denn im Karosseriebau wirklich so aufwändig werden".... Ja, es muss. Das Problem ist, die Leute rechnen Motor, Achsen, Chromteile, Leder, Lack & Verdeck zusammen und kommen dann auf 50.000€ und versuchen direkt bei der Karosserie in ihrem Budget zu bleiben und sparen da. Dann stellen sie fest, dass viele Kleinteile und Gummiteile doch neu müssen, dann macht man doch die Heizung, dann überholt man doch die Instrumente (weil im Tacho der Tageskilometerzähler zerfallen ist, die Tankanzeige defekt und das Fernthemometer bei Demontage abbricht, die Uhr nicht läuft, die Heizung klemmt, das Lüftergebläse jault, der Wärmetauscher leckt, etc.) und dann werden die Sachen doch richtig gemacht, was dann wiederum das Budget sprengt und am Ende ist die Technik doch top fertig weil ging nicht anders, dann werden die Chromteile doch neu gemacht weil ist dann eh egal, die Teppiche & Co auch, aber trotzdem bleibt eine scheiss Karosserie...
    Man sollte sich daher meiner Meinung nach (dass ist meine Meinung) die Frage stellen, "will ich dass" und "schaff ich das" und es dann von vorn herein richtig machen.
     
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  18. Mark-RE

    Mark-RE Aktives Mitglied

    395
    19. Juni 2018
    [QUOTEWäre ja vielleicht auch eine Lösung, wobei ich nicht weiß, ob sich das heute noch lohnen würde, damals war das Preisniveau in Ungarn 1/3.[/QUOTE]

    https://www.pagodentreff.de/diskussionsforum/threads/restaurationsgeschichte-250sl.16546/

    Die Restauration von dem Fahrzeug hat auf den Kopf genau 100.000€ gekostet, incl. Mehrwertsteuer.
    Davon beliefen sich 50.000€ auf Ersatzteile und Material und 50.000€ auf Lohn. Die Ersatzteile und dass entsprechende sonstige Material kostet in Internetzeiten in Ungarn dass gleiche wie hier. Ob du als Ungarn oder Deutscher n Radio in Rumänien kaufst, der Versand kostet dass selbe.
    Sparen kann man also nur an den Lohnkosten. Der Ungar kommt vieleicht für 1/3el vom Lohn des Deutschen arbeiten. Aber der Lohnposten von 50.000€ beschränkt sich ja nicht auf den Arbeitseinsatz, sondern enthält ja auch die gesamte Kostenstelle Werkstatt drumherum. Sicherlich sind gewisse Verwaltungsaufwände in Osteuropa geringer als bei uns, aber auch der Osteuropäer braucht Bohrer, eine Bohrmaschiene, Strom, eine Lampe, einen Schraubenschlüssel, ein Sandstrahlgerät, Autolack, usw. usf. und all dass kostet in Europa überall dass selbe, sonst würde ich mein Zeug ja auf Ebay.cz oder Ebay.pl kaufen, wenn es da den Liter Autolack in gleicher Qualität für 1/3el vom Preis gäbe...

    Damit kann man vieleicht von dem Posten von 50.000€ effektiv 25.000€ einsparen, wenn man die Arbeiten in einem Niedriglohnland machen lassen muss. Dazu kommen aber die Transportkosten und man hat darauf natürlich einen schlechten Zugriff und wenn die Ersatzteile auch alle noch von Deutschland nach Ungarn geliefert werden müssen und man noch 3x gucken fährt, dann sind dass vieleicht noch 15.000€ und dafür hat man dann Gewährleistung in Ungarn? Das ist m.E. am falschen Ende gespart.

    Natürlich kann man in Osteuropa Oldtimer chick, nett und günstig machen lassen, grade bei Arbeitsintensiven Dingen wie Lack und Blech kann man da Geld sparen, aber für High End reicht das nach meiner Erfahrung nicht. Ich hab mir genug OstEuropa Restaurationen auf der letzten Techno Classica angesehen, da fehlen dann eben Stopfen, Gummiteile, Sicken im Bodenblech, die Schweißpunkte in den Haubenkannten, Radläufen und Heckabschlussblech, da sitzt dann die Antenne doch an der verkehrten Stelle, da sind im Motorraum sachen falsch zusammen gebaut, etc. Da fehlen dann eben die letzten 10-15% und die Autos haben auch erhebliche Preisauszeichnungen gehabt.
     
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  19. pal1972

    pal1972 Mitglied

    21
    1. Oktober 2019
    Guten Tag Mark,

    vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

    Bei dem Restaurationsabbruch sind eben viele Teile nicht vorhanden oder, nicht zu gebrauchen.

    Das Fahrzeug soll schon so um die 7.000 Km im Jahr bewegt werden, somit ist die Vorgehensweise eigentlich klar.
    Wir werden wie schon erwähnt nächsten Monat zu Greevers nach Holland fahren um uns die verschiedenen Erhaltungszustände anzuschauen.
    Was wäre wichtig, wenn man ein schlechtes Exemplar ins Auge fasst?
    Wir kommen aus der Nähe von Heilbronn in BW kennt jemand hier einen guten Restaurationsbetrieb im Grossraum Stuttgart?
    Vielen Dank schon einmal vorab.......
    FG
    Stephan
     
  20. d.Hahn

    d.Hahn Aktives Mitglied Mitarbeiter Administrator

    20. November 2003
    Hallo Stephan,

    Thema Geevers.
    Wichtig, unbedingt vorher einen Termin mit Ihm machen. Sonst kann es passieren das Du vor der Tür stehst und Du kommst nicht rein.
    Von Vorteil ist es auf jeden Fall wenn Du vorher schon mal auf seiner Internetseite ein paar Fahrzeuge vorsortiert hast.
    Wenn Du Ihm Eure Vorstellung vom Fahrzeug möglichst genau beschreiben kannst zeigt er Dir was er dazu passendes anbieten kann.
    Auch solltest Du Dir seine Art ein Fahrzeug zu bewerten schon mal anschauen. Z.B. sehr gut entspricht nicht unserem Zustand 1.
    Leute die nur mal so schauen möchten mag er nicht, es sollte schon ein ernsthaftes Kaufinteresse vorhanden sein. Auch bei Ihm gilt, nimm jemanden mit
    der weiss wo er hinschauen muss.

    vG Detlef
     
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