Magnus86
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Hallo zusammen,
da ich vor kurzem leider ein Leck an meiner Benzinpumpe feststellen musste (plötzlich gab es eine Pfütze in der Garage), ich zu der Überholung der späten Benzinpumpe jedoch keine Anleitung zur Überholung gefunden habe, dachte ich mir ich versuch es einfach mal.
Vielleicht ist es ja für den ein oder anderen interessant:
Für die Überholung der Benzinpumpe habe ich mir einmal den Komplettdichtsatz mit sämtlichen Gummidichtungen und Unterlegscheiben, sowie einen Satz neue Kohlen für den Antriebsmotor besorgt. Der Kostenpunk betrug bei SLS mit Versand knapp 54€:

Folgende Teile beinhaltet dieses Set:
1. Dichtungen für die Strom-Anschlüsse + und - (eine Dichtung als Ersatz)
2. Dichtung für den "Zapfen" des Motorantriebes
3. Unterste Dichtung zwischen Pumpenrad und Pumpenrad-Deckel
4. Dichtung zwischen Motor-Einheit und Pumpen-Einheit
5. Dichtung zwischen Motor-Gehäuse und Motor-Deckel
6. Unterlegscheiben zwischen den Benzinanschlussleitungen
7. Dichtung für Ablassschraube
8. Kohlen für den Motorantrieb

Benötigt wird neben einem handelsüblichen Schlitz-Schraubendreher und einem entsprechenden Maul-/Ringschlüssel (die Größe müsste ich noch mal schauen) noch ein Lötkolben, um die Stromanschlüsse entfernen zu können. An sich ist die Überholung keine allzu schwierige Aufgabe. Da meine Kohlen noch gut waren, beschränke ich mich hier auf den Austausch der Gummidichtungen. Die Einbauposition der Gummidichtungen ist wie folgt (Nummerierung der Dichtungen analog zu der oben genannten) :

Da ich die Benzinpumpe mit dem entsprechenden Halter ausgebaut habe, muss zunächst dieser über die drei Schrauben (1, eine nicht sichtbar) gelöst werden:

Danach kann über die drei Schlitzschrauben (1, eine nicht sichtbar) die Verbindung zwischen Motor-Einheit und Pumpeneinheit gelöst werden:

Aufgrund der teils sehr alten Dichtungen und dem recht straffen Sitz, ist es ggf. erforderlich die Motoreinheit vorsichtig mit einem breiten Schlitzschraubendreher abzuheben. Hier gibt es genug Ansatzpunkte um dies zu tun, ohne die eigentlichen Dichtflächen zu beschädigen. Mit etwas Geduld löst sich die Motor-Einheit dann:

Nun solltet ihr die Motor-Einheit sowie die Pumpen-Einheit vor euch liegen haben:

Als nächstes geht es an die Demontage des Motor-Deckels. Zunächst lösen wir die zwei Muttern auf der Unterseite der Motor-Einheit (1):

Das lösen des Motor-Deckels ist mit der schwierigste Part, da der Deckel einerseits durch die klebende Dichtung und andererseits durch die Magneten des Motors im inneren an seiner Position gehalten wird. Hier ist unter Umständen ein erheblicher Kraftaufwand erforderlich um diesen zu lösen. Durch eine Drehbewegung lässt sich der Deckel aber mit etwas Kraft von der Dichtung lösen und anschließend durch kräftiges ziehen abheben.
Achtung:
Bevor der Deckel vom Motor abgehoben wird, bitte unbedingt die Einbauposition merken. Die im Motor-Deckel befestigten Magneten bestimmen die Drehrichtung des Motors. Wird der Deckel beim Zusammenbau verkehrt herum eingebaut (es gibt nur zwei mögliche Einbaupositionen) läuft der Motor rückwärts und saugt euch die Benzinleitungen zum Motor hin leer
Ich habe mir hierfür einen einfachen Bezugspunkt gesucht. Bei mir zeigte das kleine Bosch-Logo (1) auf den Anschluss der Benzinleitung zum Motor hin (2). Sollte dies nicht der Fall sein, so kann man sich natürlich auch einfach eine kleine Kerbe machen.

Ist der Motor-Deckel entfernt, kommt der Lötkolben zum Einsatz. Damit die Dichtungen der zwei Stromanschlüsse ausgetauscht werden können, müssen diese abgetötet werden. Die Stromanschlüsse sind über einen kleinen Spulen-Draht mit dem Motor verbunden. Da es einfacher war, die Anschlüsse Motor-seitig abzulösen, habe ich dies auch gemacht. An den Anschlüssen selbst ist mit verbautem Motor nur schwierig bei zu kommen. Alternativ kann natürlich auch der Motor selbst ausgebaut werden. Dies ist ohnehin erforderlich, wenn man die Kohlen erneuern möchte. Möchte man den Motor ausbauen, muss lediglich an der Unterseite des Zapfens ein kleiner Sicherungsring entfernt werden. Sind die Kohlen jedoch noch in Ordnung und man möchte nur die Dichtungen wechseln, ist es einfacher die Anschlüsse am Motor zu lösen (1, eine der Lötverbindungen ist im Bild nicht zu sehen) :
Anschließend können die Anschlüsse aus dem Gehäuse gezogen werden. Der Draht darf dabei ruhig etwas gebogen werden, um den Anschluss komplett entfernen zu können:

Nun ist auch der beste Zeitpunkt, um die Kohlen des Motors zu überprüfen (1). Bei meiner Pumpe waren diese noch kaum verschlissen, scheinbar handelt es sich bei meiner Pagode nicht um die erste Pumpe. Man kann gut anhand der Führung-Nut erkennen (2, die rote Linie zeigt die Länge des verbleibenden Verschleisses), wie viel Verschleiss die Kohlen noch zulassen. Ich habe zum Vergleich die neuen Kohlen angehalten. Ein Unterschied war kaum ersichtlich, weshalb ich mich dazu entschieden habe diese noch nicht zu tauschen.

Sollten die Kohlen zu stark abgenutzt sein, so müssen diese ebenfalls von den Kontakten abgetötet und ausgetauscht werden.
Zuletzt muss nur noch der Deckel des Pumpenrades an der Pumpen-Einheit gelöst werden, hier versteckt sich die letzte Dichtung. Gelöst wird der Deckel über 6 Schrauben:

In diesem Bild sieht man gut, wie hart die alte Dichtung inzwischen geworden ist. Original war diese rund, nach Entfernen des Deckels sieht man jedoch, dass diese ihre eckige Form behält (kein gutes Zeichen). Das Pumpenrad lässt sich zur Reinigung einfach herausheben. Bei mir hatte ich das Problem, dass sich der kleine Filter für die Spritzufuhr gelöst hatte (1) :

Diesen habe ich auf Defekte geprüft und anschließend wieder korrekt in seinen Sitz gedrückt. Zwar ist ein gelöster Filter für die Förderfunktion nicht tragisch, Schmutz kann so jedoch problemlos an das empfindliche Pumpenrad gelangen.
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da ich vor kurzem leider ein Leck an meiner Benzinpumpe feststellen musste (plötzlich gab es eine Pfütze in der Garage), ich zu der Überholung der späten Benzinpumpe jedoch keine Anleitung zur Überholung gefunden habe, dachte ich mir ich versuch es einfach mal.
Vielleicht ist es ja für den ein oder anderen interessant:
Für die Überholung der Benzinpumpe habe ich mir einmal den Komplettdichtsatz mit sämtlichen Gummidichtungen und Unterlegscheiben, sowie einen Satz neue Kohlen für den Antriebsmotor besorgt. Der Kostenpunk betrug bei SLS mit Versand knapp 54€:

Folgende Teile beinhaltet dieses Set:
1. Dichtungen für die Strom-Anschlüsse + und - (eine Dichtung als Ersatz)
2. Dichtung für den "Zapfen" des Motorantriebes
3. Unterste Dichtung zwischen Pumpenrad und Pumpenrad-Deckel
4. Dichtung zwischen Motor-Einheit und Pumpen-Einheit
5. Dichtung zwischen Motor-Gehäuse und Motor-Deckel
6. Unterlegscheiben zwischen den Benzinanschlussleitungen
7. Dichtung für Ablassschraube
8. Kohlen für den Motorantrieb

Benötigt wird neben einem handelsüblichen Schlitz-Schraubendreher und einem entsprechenden Maul-/Ringschlüssel (die Größe müsste ich noch mal schauen) noch ein Lötkolben, um die Stromanschlüsse entfernen zu können. An sich ist die Überholung keine allzu schwierige Aufgabe. Da meine Kohlen noch gut waren, beschränke ich mich hier auf den Austausch der Gummidichtungen. Die Einbauposition der Gummidichtungen ist wie folgt (Nummerierung der Dichtungen analog zu der oben genannten) :

Da ich die Benzinpumpe mit dem entsprechenden Halter ausgebaut habe, muss zunächst dieser über die drei Schrauben (1, eine nicht sichtbar) gelöst werden:

Danach kann über die drei Schlitzschrauben (1, eine nicht sichtbar) die Verbindung zwischen Motor-Einheit und Pumpeneinheit gelöst werden:

Aufgrund der teils sehr alten Dichtungen und dem recht straffen Sitz, ist es ggf. erforderlich die Motoreinheit vorsichtig mit einem breiten Schlitzschraubendreher abzuheben. Hier gibt es genug Ansatzpunkte um dies zu tun, ohne die eigentlichen Dichtflächen zu beschädigen. Mit etwas Geduld löst sich die Motor-Einheit dann:

Nun solltet ihr die Motor-Einheit sowie die Pumpen-Einheit vor euch liegen haben:

Als nächstes geht es an die Demontage des Motor-Deckels. Zunächst lösen wir die zwei Muttern auf der Unterseite der Motor-Einheit (1):

Das lösen des Motor-Deckels ist mit der schwierigste Part, da der Deckel einerseits durch die klebende Dichtung und andererseits durch die Magneten des Motors im inneren an seiner Position gehalten wird. Hier ist unter Umständen ein erheblicher Kraftaufwand erforderlich um diesen zu lösen. Durch eine Drehbewegung lässt sich der Deckel aber mit etwas Kraft von der Dichtung lösen und anschließend durch kräftiges ziehen abheben.
Achtung:
Bevor der Deckel vom Motor abgehoben wird, bitte unbedingt die Einbauposition merken. Die im Motor-Deckel befestigten Magneten bestimmen die Drehrichtung des Motors. Wird der Deckel beim Zusammenbau verkehrt herum eingebaut (es gibt nur zwei mögliche Einbaupositionen) läuft der Motor rückwärts und saugt euch die Benzinleitungen zum Motor hin leer
Ich habe mir hierfür einen einfachen Bezugspunkt gesucht. Bei mir zeigte das kleine Bosch-Logo (1) auf den Anschluss der Benzinleitung zum Motor hin (2). Sollte dies nicht der Fall sein, so kann man sich natürlich auch einfach eine kleine Kerbe machen.

Ist der Motor-Deckel entfernt, kommt der Lötkolben zum Einsatz. Damit die Dichtungen der zwei Stromanschlüsse ausgetauscht werden können, müssen diese abgetötet werden. Die Stromanschlüsse sind über einen kleinen Spulen-Draht mit dem Motor verbunden. Da es einfacher war, die Anschlüsse Motor-seitig abzulösen, habe ich dies auch gemacht. An den Anschlüssen selbst ist mit verbautem Motor nur schwierig bei zu kommen. Alternativ kann natürlich auch der Motor selbst ausgebaut werden. Dies ist ohnehin erforderlich, wenn man die Kohlen erneuern möchte. Möchte man den Motor ausbauen, muss lediglich an der Unterseite des Zapfens ein kleiner Sicherungsring entfernt werden. Sind die Kohlen jedoch noch in Ordnung und man möchte nur die Dichtungen wechseln, ist es einfacher die Anschlüsse am Motor zu lösen (1, eine der Lötverbindungen ist im Bild nicht zu sehen) :
Anschließend können die Anschlüsse aus dem Gehäuse gezogen werden. Der Draht darf dabei ruhig etwas gebogen werden, um den Anschluss komplett entfernen zu können:

Nun ist auch der beste Zeitpunkt, um die Kohlen des Motors zu überprüfen (1). Bei meiner Pumpe waren diese noch kaum verschlissen, scheinbar handelt es sich bei meiner Pagode nicht um die erste Pumpe. Man kann gut anhand der Führung-Nut erkennen (2, die rote Linie zeigt die Länge des verbleibenden Verschleisses), wie viel Verschleiss die Kohlen noch zulassen. Ich habe zum Vergleich die neuen Kohlen angehalten. Ein Unterschied war kaum ersichtlich, weshalb ich mich dazu entschieden habe diese noch nicht zu tauschen.

Sollten die Kohlen zu stark abgenutzt sein, so müssen diese ebenfalls von den Kontakten abgetötet und ausgetauscht werden.
Zuletzt muss nur noch der Deckel des Pumpenrades an der Pumpen-Einheit gelöst werden, hier versteckt sich die letzte Dichtung. Gelöst wird der Deckel über 6 Schrauben:
In diesem Bild sieht man gut, wie hart die alte Dichtung inzwischen geworden ist. Original war diese rund, nach Entfernen des Deckels sieht man jedoch, dass diese ihre eckige Form behält (kein gutes Zeichen). Das Pumpenrad lässt sich zur Reinigung einfach herausheben. Bei mir hatte ich das Problem, dass sich der kleine Filter für die Spritzufuhr gelöst hatte (1) :

Diesen habe ich auf Defekte geprüft und anschließend wieder korrekt in seinen Sitz gedrückt. Zwar ist ein gelöster Filter für die Förderfunktion nicht tragisch, Schmutz kann so jedoch problemlos an das empfindliche Pumpenrad gelangen.
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