TomRamoser
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- 21. August 2020
- Beiträge
- 356
Servus zusammen,
spät aber nicht weniger herzlich wünsche ich Euch allen ein gutes neues Jahr!
Bei mir kam Weihnachten zweimal, einmal am 24ten und dann gleich darauf mit einem Päckchen aus San Diego vom lieben Alfred Santa Claus mit zwei originalen Sonnenblenden, eine von einem 230 SL und eine vom 280 SL.
Inzwischen ist alles feinsäuberlich seziert und nachfolgend dokumentiert, siehe unten.
Die Sonnenblende ist eines der wenigen Teile, die nur schwer, wenn überhaupt restauriert werden können, weil nicht zerstörungsfrei zu öffnen und mit einer vergleichbaren Naht wieder zu verschließen - im Grunde ein Wegwerfprodukt. Schade.
Aber vielleicht bringt ja diese Diskussion den Durchbruch, wer weiß.
Konstruktiv ist die Sonnenblende ab 230 SL jedenfalls beeindruckend. Zur Erinnerung: Im 190 SL war die Sonnenblende noch mit einem Metallrahmen und nur über eine Achse drehbar, wirkte also nur bei Sonnenuntergang in westliche Fahrtrichtungen.
Mit dem 230 SL und allen späteren Mercedes-Benz Fahrzeugen konnte man oder frau bei Sonnenuntergang dann auch blendfrei nach Norden fahren. Diese zweite Drehachse hatte aber ihren konstruktiven Preis, wie wir ja schon beim Gegenlager gesehen haben.
Die Aufhängungen und Haltebleche im 230 SL hatten drei grosse Schwachstellen, die immer wieder zu Brüchen an den Dreh- und Angelpunkten führen, siehe unten, die im 280 SL dann aber alle konstruktiv behoben sind.
Das Innenleben der Sonnenblenden 230 SL bis 280 SL besteht neben den Aufhängungen und Drehpunkten im Wesentlichen aus einem Drahtrahmen mit punktverschweißten Halteblechen und viel Füllmaterial.
Und gerade dieses Füllmaterial hat es in sich - wortwörtlich - denn die Chemie im Innenraum hinterlässt nach vielen Jahrzehnten in heißen Gegenden oft nur Brösel und von den ursprünglich 22 - 25 mm starken Blenden bleibt häufig nur die Hälfte übrig, siehe unten.
Und damit kommen wir zur zentralen Herausforderung für eine Restaurierung: Die Schweißnaht.
Soweit ich das Beurteilen kann, ist die Blende in einem Werkzeug und in einem Arbeitsgang in Form gepresst, der überstehende Verkleidungsmaterial abgeschnitten und mit Ultraschall verschweisst worden, so dass von der Schweißnaht aussen kaum etwas zu sehen ist, siehe Querschnitt unten.
Ein renommierter Sattler, mit dem ich darüber gesprochen habe, würde das mit Nadel und Faden und einer nach innen gekehrten Naht lösen. Ich werde demnächst ein Muster mit einem vergleichbaren Kunstleder anfertigen lassen, um zu sehen wie das wird; werde berichten.
Herzlichst,
Tom

spät aber nicht weniger herzlich wünsche ich Euch allen ein gutes neues Jahr!
Bei mir kam Weihnachten zweimal, einmal am 24ten und dann gleich darauf mit einem Päckchen aus San Diego vom lieben Alfred Santa Claus mit zwei originalen Sonnenblenden, eine von einem 230 SL und eine vom 280 SL.
Inzwischen ist alles feinsäuberlich seziert und nachfolgend dokumentiert, siehe unten.
Die Sonnenblende ist eines der wenigen Teile, die nur schwer, wenn überhaupt restauriert werden können, weil nicht zerstörungsfrei zu öffnen und mit einer vergleichbaren Naht wieder zu verschließen - im Grunde ein Wegwerfprodukt. Schade.
Aber vielleicht bringt ja diese Diskussion den Durchbruch, wer weiß.
Konstruktiv ist die Sonnenblende ab 230 SL jedenfalls beeindruckend. Zur Erinnerung: Im 190 SL war die Sonnenblende noch mit einem Metallrahmen und nur über eine Achse drehbar, wirkte also nur bei Sonnenuntergang in westliche Fahrtrichtungen.
Mit dem 230 SL und allen späteren Mercedes-Benz Fahrzeugen konnte man oder frau bei Sonnenuntergang dann auch blendfrei nach Norden fahren. Diese zweite Drehachse hatte aber ihren konstruktiven Preis, wie wir ja schon beim Gegenlager gesehen haben.
Die Aufhängungen und Haltebleche im 230 SL hatten drei grosse Schwachstellen, die immer wieder zu Brüchen an den Dreh- und Angelpunkten führen, siehe unten, die im 280 SL dann aber alle konstruktiv behoben sind.
Das Innenleben der Sonnenblenden 230 SL bis 280 SL besteht neben den Aufhängungen und Drehpunkten im Wesentlichen aus einem Drahtrahmen mit punktverschweißten Halteblechen und viel Füllmaterial.
Und gerade dieses Füllmaterial hat es in sich - wortwörtlich - denn die Chemie im Innenraum hinterlässt nach vielen Jahrzehnten in heißen Gegenden oft nur Brösel und von den ursprünglich 22 - 25 mm starken Blenden bleibt häufig nur die Hälfte übrig, siehe unten.
Und damit kommen wir zur zentralen Herausforderung für eine Restaurierung: Die Schweißnaht.
Soweit ich das Beurteilen kann, ist die Blende in einem Werkzeug und in einem Arbeitsgang in Form gepresst, der überstehende Verkleidungsmaterial abgeschnitten und mit Ultraschall verschweisst worden, so dass von der Schweißnaht aussen kaum etwas zu sehen ist, siehe Querschnitt unten.
Ein renommierter Sattler, mit dem ich darüber gesprochen habe, würde das mit Nadel und Faden und einer nach innen gekehrten Naht lösen. Ich werde demnächst ein Muster mit einem vergleichbaren Kunstleder anfertigen lassen, um zu sehen wie das wird; werde berichten.
Herzlichst,
Tom
















