Zündkerzengewinde nachschneiden bzw. erneuern

Joachim

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Liebe Pargodisti,
eigentlich müßte ich mein Anliegen in der Rubrik " Der Volltrottel des Monats" veröffentlichen. Da es diese nicht gibt schreibe ich hier.
Beim Kerzenwechsel habe ich heute eine Kerze leicht verkantet eingedreht. Dies ist mir nach ca. 4 Windungen aufgefallen, aber die Kerze will ich natürlich nicht weiter eindrehen.
Ich stelle mir folgende Lösung vor:
Zunächst will ich versuchen, das Kerzengewinde nachzuschneiden. Dafür müßte noch genug "Speck" drauf sein. Falls das nicht geht, wird es wohl ein Helicoil werden.
Weiß jemand, welchen Gewindeschneider ich für das Kerzengewidne benötige?
Kann jemand eine Helicoil-Set empfehlen?
Vielen Dank für Eure Antworten
Joachim
 
Helicoil im Kerzengewinde ist schlecht, dafür musst du es aufbohren und dann hast du keine Dichtfläche mehr.
3-4mm kann man bei den langen Kerzen nachschneiden.
Notfalls kann man ne Buchse einsetzen.

Die Königslösung ist, das Gewinde nach zu rollen. Dafür gibts Rollwerkzeuge die sehen aus wie n Gewindeschneider nur ohne Schneiden. Frag mich aber nicht wie das heißt und wo man das kauft...
 
Ne, das ist auch n Schneidwerkzeug.
Ich meine eher was wie n Gewindeschneider, der aber keine Schneiden hat sondern ein durchgehendes Gewinde und quasi 4 eckig ist... Also ohne Ecken, aber halt mit 4 Rundungen. Schwer zu beschreiben, im Internet leider nicht gefunden. Damit kann man die Gewinde in Aluköpfen nachrollen...
 
Ne, nix mit Schneiden. Wenn wir auf Skizze links gucken, das ist eher ne Gewindeschneider. Rechts ist n Gewinderoller. Der sieht aus wie n normaler Gewindeschneider, schneidet aber nicht, sondern drückt das Gewinde ins Aluminium rein, ohne Späne, ohne Materialabtrag.
 

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Hallo Joachim, den Rückwärtzgewindeschneider kannte ich noch nicht.
Aber es scheint mir ein lohnender Versuch. Biete gerne an das an einem alten
Block aus zu probieren.

Bitte bei Erfolg und nicht Erfolg berichten.

vG Detlef
 
bei meinem Motor war bei einer Kerze das Gewinde bereits im Arsch. Nachschneiden half nicht. Zu wenig Material da und zu spröde gewesen. Durch Kompression beim Anlassen ist die Kerze wie ne Rakete abgegangen. Ich habe mir eine Buchse drehen lassen und eingesetzt. Hält.
 
Büchsen braucht man nicht drehen zu lassen, dafür gibts Timesert, und wenn man 2 GewindeRepStufen überspringen muß dann nimmt man Bigsert.
 
Die Lösung von WRe #3 ist genau richtig, von hinten eingefädelt und dann nach aussen steigend nachschneiden - das kann man gar nicht besser reparieren !
 
noch besser wäre es das Gewinde von innen nach aussen nachzuformen (statt zu schneiden).
Ob es das Werkzeug irgendwo gibt?
Oder den Innen->Aussenschneider nehmen und die Schneiden abstumpfen?
 
findet man unter Gewindeformer
Das Wort habe ich gesucht. Vielen Dank.
Jetzt suche ich noch das Werkzeug in bezahlbar :D

Es hilft bei den Motoren, die Kerzen nicht so oft zu wechseln.
Ich hab die da gefühlt ewig drin gelassen. Ne NGK Standardkerze hält rund 40.000km.
Wenn man die nach 30.000 wechselt, ist man auf der sicheren Seite...
Also alle 6, 8 Jahre reicht es, bei den Fahrleistungen der Autos...
 
Vielen Dank für Eure Antworten

Zunächst habe ich mir den von WRe empfohlenen Gewindeschneider bestellt. Da man mit diesem das Gewinde von innen beginnend nachschneiden kann sieht das nach einer sehr charmanten Lösung aus. Man fängt nämlich nicht mit dem schon defekten Gewindeteil an, sondern beginnt mit dem intakten Gewindeteil. Da kann man (hoffentlich) davon ausgehen, daß der Gewindeschneider lotrecht zum Gewinde greift.
Daneben habe ich mir diesen Gewindeschneider bestellt:
https://www.fluidonline.de/search?query=bgs 152 Reparatursatz für

Da kann man nach dem schneiden eine Buchse mit der Zündkerze eindrehen. Das sollte auch halten.

Ich werde berichten, wie die Reparatur gelaufen ist. Das wird allerdings einige Zeit dauern, da der Wagen in Italien steht und ich erst im August wieder dort bin.

Joachim
 
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Reparatur erfolgreich!
Ich habe mir einiges an Werkzeug bestellt. Natürlich den von WRe empfohlenen Gewindeschneider und zur Beruhigung der Nerven für den Fall des Nichtgelingens mit dem diesem Werkzeug noch einen Gewindeschneider mit Innengewinden, die man auf eine Kerze aufschrauben und damit eindrehen kann, geholt.
Also:
Zunächst wurde das Kerzengewinde mit einem in Fett getunkten Lappen gereinigt, um mögliche Späne zu entfernen. Zum Glück gab es aber keine. Anschließend habe ich den Gewindeschneider in Fett getunkt, durch das Zündkerzenloch in den Brennraum (Kolben auf UT) eingeführt, den Gewindeschneider aufgespannt und "handwarm" von innen aus dem Kerzengewinde herausgeschraubt. Das ging sehr gut. Nach einigen Umdrehungen kam dann natürlich ein Widerstand aus den wenigen defekten Windungen. Das Weiterschneiden konnte man dann mit einem entsprechenden Schlüssel machen und damit auch den ganzen Gewindeschneider aus dem Kerzenloch herausdrehen. Hier haben sich in der Fettschicht einige kleinste Spähne gesammelt, die aufgrund der Arbeitsweise von innen nach außen sämtlich nach außen befördert wurden. Anschließend die Kerze mit dem vorgeschriebenen Drehmoment eingeschraubt. Hat alles gehalten, da war wohl noch genug "Speck" auf dem Gewinde.
Insgesamt also eine wirklich pfiffige Konstruktion und ein empfehlenswertes Werkzeug, soweit das Kerzengewinde nur wenig "verwürgt"ist.
Viele Dank für Eure Hinweise, ganz besonders an WRe.
Joachim
 
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