Mal schnell die Ventilschaftdichtung wechseln…..

Mahawi

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12. März 2021
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Hallo liebe Gemeinde,
Es ist wie so oft ….. auf Grund von „leichten bläuen im Schubbetrieb“ wollte ich mal schnell die Ventilschaftdichtungen wechseln. Eigentlich keine große Sache , wenn man das richtige Werkzeug hat. Also Ventildeckel runter , Zylinder 6 auf Spiel beider Ventile gedreht und über die Zündkerzenöffnung etwas Druckluft eingebracht. Leider ist die Luft sofort entwichen und ich war der festen Überzeugung, das ein Ventil massiv undicht ist. Ein Fehler von mir war , nicht zu schauen , wo die Luft entweicht . Ich war so überzeugt davon , das es die Ventile sind da der Motor erst 63 tMeilen runter hat. Angeblich war es ein Austausch- Werksmotor. Momentan bin ich dabei , eine Prüfplatte zu bauen. Dann werde ich sehen was los ist.
Die Ventile sind zumindest alle dicht , wenn sie auch nicht schön aussehen.
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Viele Grüße Mario
 
Meistens bringt das Auswechseln von Ventilschaftabdichtungen bei den Motoren nichts, weil in der Regel die Führungen ausgeschlagen sind.
Die Dichtheit von Ventilen prüft man eigentlich in dem man einfach Brennspiritus oder Bremsenreiniger drauf kippt. Dann darf nichts in die Ein/Auslasskanäle laufen.

"Abdrücken" macht man eigentlich mit Unterdruck am Kanal. Das geht halt schneller. Ich hab dafür ne Messingplatte mit nem eingelötetem Schlauchanschluss und darauf ist n Stück Reifenschlauch Gummi geklebt. Da kann man direkt mit ner elektrischen Vakuumpumpe dran die Ventile durch gehen. Das lohnt sich aber nur, wenn man Ventile am laufenden Band macht...
 
So , da habe ich mal die Zylinder abgedrückt ….. 1-5 halten den Druck eine Weile und Zylinder 6 kann ich mit vollen 10 bar durchblasen.
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Ich glaube , ich weiß , was ich zwischen Weihnachten und Silvester mache.
Motor und Getriebe raus …. und Bestandsaufnahme machen.

Viele Grüße Mario
 
Kann man denn an der Zylindernwand irgendwelche Beschädigungen sehen, vielleicht nur Kolbenringe oder was vermutest Du.? Viel Erfolg Heiner
 
Hallo Heiner ,
Ich denke auch , das die Kolbenringe defekt sind ….. die Honung ist bei allen Zylindern noch vorhanden, wenn auch nicht unbedingt perfekt. Wie gesagt , erst mal Bestandsaufnahme machen . Evtl neue Kolben ( nächstes Rep Maß) neue KW Lager , neue Pleullager , neuer Borgmannring und KW Simmerring und den kompletten Zylinderkopf überholen.
Da bin ich bis Ostern ausgelastet .

viele Grüße Mario
 
So, liebe Gemeinde
…alles ist vorbereitet, den Motor samt Getriebe aus dem Fahrzeug zu heben.
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die gesamten Komponenten liegen zur Aufarbeitung bereit
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…und auch ein paar Neuteile liegen schon bereit
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das größte Unding ist , das der Verkäufer erzählt hat ,das ein Außtauschmotor eingebaut wurde…..
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nach Kontrolle der Motor Nr auf der Datenkarte und der tatsächlichen Motornummer ergibt sich ein „Matching Numbers“
worüber ich natürlich nicht böse bin.

Viele Grüße Mario
 
Das ist auch keine Originale 130er Motornummer... Da würde ich aufpassen, vom M130 gibts nämlich 2 unterschiedliche Motortypen und da sollte man nix zusammen mischen...

Mach mal n paar Bilder von Richtung weiter nach vorne vor der Motornummer und von der Kante oben seitlich...
 
Hallo Ralf,
Danke für den Tip …. Ich werde schauen , wenn ich das Gehänge am Motor habe. Normalerweise sollte es bei 45 Grad keine Probleme geben.

viele Grüße Mario
 
Hallo Mark ,
Anbei noch ein paar Fotos. Der Sachverhalt mit den zwei Motortypen ist mir bekannt….. Aber ich werde erst alles verbindlich prüfen , wenn der Motor auf dem Motorständer ist.
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viele Grüße Mario
 
Hallo Mario
Wie sehen die Brennräume aus? Zeigst Du uns ein Bild?
Gruss Daniel
 
Normalerweise ist es so, dass die Fläche auf der die Nummer ist Plangefräst ist und zwar bündig mit der oberen Kante wo der Kopf drauf sitzt in einem durch. Das kann man auf deinen Bildern aber nicht erkennen.
Nicht irgendwie beschliffen. Und normalerweise ist auch der erste Teil der Motornummer immer mittels Stempel grade eingeschlagen und danach nur die eigentliche Nummer mit Hand ergänzt.

Man sollte sich beim Nummernthema aber auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, außer man hat am Band daneben gestanden. Es sind auch schon Nummern vergessen worden, falsch rum eingeschlagen worden und anderweitig rorrigiert worden, das war zu der Handarbeitszeit nichts ungewöhnliches. Wenn man einen neuen Motorblock bestellt hat, war da gar keine Nummer drauf...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mark,
Eigentlich hatte ich mich auch schon damit abgefunden das ich einen Austauschmotor habe. Das die jetzige Motornummer mit der Datenkarte übereinstimmt (egal ob nachträglich eingeschlagen oder nicht) macht die ganze Sache stimmiger. Da ich das Fahrzeug nicht verkaufen will ist es auch relativ egal.
Hallo Daniel ,
Anbei ein paar Fotos von den Brennräumen ….. ob sie wirklich aufschlußreich sind , stelle ich in Frage.
Ölkohle war zumindest reichlich auf allen Kolbenböden und die Honung ist auch noch vorhanden.
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Was mich bloß wundert ……bei Kolben 1-4 ist eine 1 eingeschlagen (sowohl auf dem Kolben als auch auf dem Block) und bei Kolben 5 +6 ist eine 0 eingeschlagen.
Kann man da irgend welche Rückschlüsse ziehen?

Viele Grüße Mario
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Rückschluss ist dass die bei Daimler genau wie bei Opel nicht in der Lage waren, in der Serienfertigung 4 oder 6 gleich große Löcher in einen Motorblock zu bohren. Die Löcher wurden in der Serienproduktion ja nicht wie in der Instandsetzung "einzeln" gebohrt, sondern da kam ein Bohrwerk mit 6 Bohrköpfen runter und hat "mal eben" den Block gebohrt und dann kam ein Hohnwerk und hat den "mal eben" gehohnt.
Dabei gab es öfter mal Differenzen in den Bohrlöchern und diese wurden gemessen und durch die Zahlen klassifiziert. (Bei Opel waren es Buchstaben).

Da der Kolbenhersteller ebenso "schlecht" gefertigt hat, wurden auch die Kolben gemessen und klassifiziert und dann in die passenden Zylinderlöcher gesteckt ^^...

Kann also sein, dass man nen Motor erwischt hat, der 4 unterschiedliche Kolben und Zylinderbohrungen hat...

Damals gabs auch noch den berühmten "Guten Motor". Das waren Motoren die besonders "gut" liefen, weil alle Maße perfekt in der Toleranz lagen.
Und dann gabs halt Motoren, bei denen alles an irgend ner Grenze lag...

Zum Trost: Die wenigsten Pagoden haben einen "echten" Originalmotor...
 
Hallo Mark ,
Danke für die Ausführungen….. wieder was dazugelernt
….. das müßte ja im Umkehrschluss heißen, das das der jetzige Motor (nachdem er gleichmäßig aufgebohrt wurde und die KW feingewuchtet wurde) nach der Revision in einem besseren Zustand ist , wie früher ab Werk.

Viele Grüße Mario
 
Ich denke, das ist ne sehr relative Betrachtungsweise und erfordert, dass auch die Qualität der Ersatzteile mindestens so gut ist wie ab Werk.
Aber manche Motoren haben auch Werksneu keine 10.000km geschafft und waren dann Schrott...
Also so gesehen kann man natürlich Motoren bauen die "besser als ab Werk" sind :D
 
Logisch, nicht nur die Maschinen sondern auch das Werkzeug ist im CNC-Zeitalter deutlich besser. Selbst die Messmittel sind heute deutlich exakter und somit ist eine zeitgemäße Überholung mechanisch immer besser als die durchschnittliche Fertigungsqualität 60 Jahre zuvor.
 
Der wird nicht "besser als neu".
Die Pleule sind zig Millionen Mal rauf und runter gegangen, die Kurbelwellenzapfen werden kleiner, der Platz zwischen Kolben und Ventil wird Enger, das Aluminium vom Kopf wird älter und poröser, der Auspuffkrümmer ist 100.000 fach aufgeglüht und abgekühlt und hat so viel Kohlenstoff aufgenommen dass er mitlerweile glashart ist, die Stege zwischen den Zylindern werden dünner... Und vom 3. Mal auseinanderschrauben wird auch keine Schraube und kein Gewinde besser...

Die Fertigungsqualität im Allgemeinen war damals nicht wirklich schlecht.
Ganz nebenbei, bei uns arbeiten die Motoreninstandsetzer nicht mit CNC sondern mit konventionellen Maschinen und die sind mittlweile auch alle Oldtimer :D
Und die Messtoleranzen liegen weiterhin bei +/1 1/100el, da hat sich auch nichts geändert...

An Hand der vielen Beiträge zu "überholten" und auf den ersten 10.000km verreckten Motoren hier im Forum ist die Ausschussquote heute glaube ich auch erheblich höher als früher bei Daimler in der Serie :D
 
So , liebe Gemeinde
Der Motor und das Getriebe sind raus und die Demontage läuft
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Morgen noch die Kurbelwelle ausbauen , Zylinder ziehen und Verschleißgrad bestimmen.
Ist ganz schön viel Kleinkram….
Viele Grüße Mario