Kurzer Komentar an Hannes und den Themenstarter zu " ...
Ohne Richtbank ?
Nicht alle halbprofesionellen Restaurateure sind blöd. Man kann Fahrzeuge vor der Demontage von Baugruppen z.B. mit stabilen Eisenkonstruktionen versteifen. Ein absolut gerader Untergrund (Werkstattboden) ist sicher Voraussetzung für gute Arbeit. Und messen kann man mit gespannten Mauerschnüren .... ".
Ich stimme der Einschätzung zu, dass die halbprofessionellen nicht (alle) blöd sind !
Nur frage ich mich auch immer allen Ernstes, WER in Gottes Namen die PAGODEN "versaut" hat, die mir in der letzten Saison untergekommen sind!
Da sind Passungen an Türen und Hauben jenseits von Gut und Böse, Reparaturbleche verbaut, dass man denkt ....
"Herr, mach´es ungeschehen!"
und der Käufer ist mit seiner Neuerwerbung auch noch vollauf zufrieden.
Wenn wir mal in´s WHB unter Karosserieinstandsetzung schauen, werden wir dort sehen, dass man auch in den 50er und 60er Jahren i.d. DB-Werkstätten mit KAROSSERIELEHREN zu arbeiten hatte.
Und das war keine Empfehlung, dass war damals vorgeschrieben ..., weil es schon damals NICHT EGAL war, ob der Längsträger 2mm weiter nach sonst-oder-irgendwo gerichtet wurde!
Wie Hannes es richtig geschrieben hatte, ist der Einsatz der "grauen Zellen" SEHR hilfreich beim Angehen der Karosseriearbeiten.
Eine Richtbank ist da kein Allheilmittel!
Stellt man so ein "Ding" ohne Verstand auf einen krummen, nicht "im Wasser befindlichen" Werkstattboden, ist das Resultat (unsere Karosse) ebenso KRUMM, auch wenn die Dinger noch so stabil aussehen!
Ganz übel wird mir persönlich, wenn ich Bilder von "Restaurationsarbeiten" sehe, wo das Karosseriegerippe auf 4 Unterstellböcken steht, welche gepaart sind mit einem unebenem Boden.
Ganz toll !
Das Geheule geht meist dann erst los, wenn es an die Fahrwerkseinstellung geht (wo dann meist nicht mehr `viel geht`).
Aber das ist so ziemlich der letzte Arbeitsgang ....
Da ist schon nichts mehr zu retten.
Wer keine Richtbank zur Verfügung hat, kann trotzdem korrekte Arbeit abliefern, wenn er sich vorher eine Mess
EBENE schafft, von der er seine Maße kontrolliert.
Ist nur halt ein wenig mühsamer und zeitaufwändiger.
Darüberhinaus verfügen unsere SL´s unten über 2 Kontrollbohrungen vorne und hinten im Kardantunnel, die für eine Symetriemessung nach rechts / links / diagonal zu gebrauchen sind.
Hier lässt sich auch die von Hannes erwähnte (Maurer)-Richtschnur mittig spannen, die über die Fahrzeuglänge hinausgehend, auch den evtl. Versatz der vorderen und hinteren Längsträger aufzeigt (Höhe geht aber nur wieder über die erwähnte Mess
EBENE).
Erinnerungen an die früheren Geometriestunden in der Schule tun hier gut !
Bewertet vielleicht in Zukunft die Ausagen von Restauratoren / Verkäufern nach solchen Gesichtspunkten und werdet misstrauisch, wenn einer mit der Aussage kommt
".. das sind Werkstoleranzen ...." (selber schon allen Ernstes von jemandem gehört, der hier in Essen auf der TechnoClassica Fahrzeuge zum Verkauf angeboten hat ....).
Gruß vom Tommy