Haarrisse im ZK
Hallo Franz,
- zum warmen Abdrücken des ZK muss dieser ausgebaut und geräumt sein (am Stück geht das Auto so schlecht in den "Druckkochtopf" rein).
- bei mir waren es sog. Gefügefehler aus dem Fertigungsprozess, die sich erst nach langer Betriebszeit* zeigen. Es ist nicht unüblich solche Sachen dann allg. als Haarrisse zu benennen. Etwas zum Anlesen für ein erstes Gschmäckle:
Lunker ? Wikipedia oder Du googelst mal etwas zum Thema "Gussfehler bei Aluminiumdruckgussteilen" oder ....
- die "Haarrisse" waren bei mir auf der NW-Seite u. a. unter dem Federsitz und an unbearbeiteten Stellen (also mehr als eine Macke). Risse im Kopfwerkstoff an/um die Ventilsitzringen sind üblicherweise thermische Überbeanspruchungen unter Volllast bei falscher (zu magerer=wärmere Verbrennung) Gemischeinstellung.
- Da der komplette Kopf verschlossen wird und dann nur je die Öl- und Wasserkanäle beaufschlagt werden, machen sich Undichtigkeiten in den Aus-/Einlasskanälen natürlich auch bemerkbar (statischer Drucktest).
- Da im Betrieb des Motors und bei einer Kompressionsmessung die Sache dynamisch (dynamischer Ducktest) abläuft, ist ein Feststellen von hier genannten Undichtigkeiten m. E. nicht möglich. Und bei einer statischen Druckprüfung (Ventile zu....Druck drauf) sind die Druckverluste über die Kolbenringe ungleich höher (selbst mit Öl im Brennraum/ Fett in flüssiger Form einfüllen und abkühlen lassen könnte gehen...???). Weiter ist eine Kompressionsmessung ja auch nur ein Anhaltspunkt, keine Absolutprüfung/-messung (gab es hier auch schon mal als Diskussion von Klaus und Robert zu einem anderen Thema).
Da bei mir die Undichtigkeiten auf der NW-Seite waren kann man sich auch nur wundern, dass ich Öl im Kühlwasser gefunden habe, da ja im Betrieb der Wasserdruck (geschl. System) größer ist als der "Luftdruck" unter der ZK-Haube. Die Brennraumseite gehört üblicherweise eher nicht zu den Verdächtigen (höhere Wandstärken da Duckbeaufschlagt durch Brennraum).
* Gusswerkstoffe und die Werkstückgeometrien haben aufgrund der beim Abkühlen des Werkstücks auftretende Gefügespannungen die Eigenart, dass sich diese Fehler entweder sofort oder erst sehr viel später bemerkbar machen. Dies liegt an dem langsamen Abbau der Gefügespannungen unter den Betriebsbedingungen (stetige Temperaturwechsel). Das alternative "spannungsarm Glühen" spart man sich aus Kostengründen.
Mehr fällt mir im Augenblick dazu nicht ein

, evtl. können Klaus, Robert, Lars (die drei fallen mir jetzt gerade ein) und/oder noch etwas dazu beitragen oder ggf. berichtigen.
Soweit,
Gr. Axel
PS: Giesereitechnik ist ein alter Studiengang. Evtl. haben wir ja unter den Forumsmitgliedern ein Giesereifachmann, der hier mit fundierterem Wissen noch etwas genauer berichten/erläutern kann.