HubertusR
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Hallo,
ich bin neu hier im Forum und möchte mich nun vorstellen, denn ich lese hier schon seit einiger Zeit „still“ mit. Ich heisse Hubertus und wohne in Nordhessen. Meine Frau, die auch Freude an der Oldtimerei hat, und ich haben zwei erwachsene Töchter. Zur Familie gehört noch eine Beagle Hündin und ein paar vierrädrige Begleiter.
Mit unserem W 108, den wir nun seit 15 Jahren haben, hat der Oldtimer Virus begonnen. Er hat uns immer verlässlich begleitet, in die Ferien, bei gemeinsamen Ausfahrten oder ganz einfach für die täglichen Fahrten zum Büro. Dazu gesellten sich dann noch ein 2 CV, der uns im Frankreich Urlaub über den Weg lief. Und last not least ein Käfer Cabrio.
Im vergangenen Jahr hatte ich die Möglichkeit eine für mich ganz besondere Pagode zu kaufen. Es ist die Nr. 9966, abgeholt in Sindelfingen am 30. März 1965. Das Original Scheckheft bestätigt den ersten Service bei 463 KM am nächsten Tag. Das ist etwas mehr als die Entfernung von Sindelfingen ins Sauerland. Die Erstbesitzer, meine Eltern, haben sicherlich am Abend nach der Abholung noch eine kleine Spritztour gemacht. Am nächsten Tag erhält 9966 seine erste Zulassung, AR-HZ 81. Kurz danach durfte ich das erste Mal, auf dem kleinen Quersitz hinten, mitfahren.
Nach einigen Jahren wechselt der SL den Besitzer, und wird von meinem Onkel gefahren. Nun im Kreis Iserlohn, bekommt er die Nummer IS-EA 565. Der SL erhält jetzt ein Anhängerkupplung. Mein Onkel baut in seiner Freizeit Modellflugzeuge und –schiffe und die müssen natürlich mit in den Urlaub.
Die Zeit vergeht und der SL wird weitergereicht an einen Priester der kanadischen Armee, der in Werl stationiert ist. Die neue Autonummer ist nun: Canada 5680, ein rotes Kennzeichen der kanadischen Armeeangehörigen in der Bundesrepublik. 1971 nähert sich der Aufenthalt des Priesters in Deutschland dem Ende und der SL geht für drei Wochen an einen weiteren Armeeangehörigen, der ihn mit nach Kanada nehmen möchte. Kurz vor der Abreise wird sein Aufenthalt jedoch um zwei Jahre verlängert. Da der Dienst in Deutschland gut bezahlt wird, verkauft er kurz entschlossen den SL weiter und kauft sich einen 911. Nun kommt unser SL an einen weiteren kanadischen Armeeangehörigen, der ihn zwei Jahre in Werl, Lahr und Soest weiter fährt. Am Ende seiner Stationierung entscheidet er sich den SL mit nach Kanada zunehmen.
Zeitsprung. Mittlerweile ist es das Jahr 1984. Im Sauerland kommt ein Brief aus Kanada an. Der jetzige -stolze- Besitzer schreibt an die Erstbesitzer, deren Adresse er aus den Originalpapieren entnimmt und informiert über den SL und wo er nun gefahren wird. Zu der Zeit bin ich in den USA und meine Mutter übergibt mir den Brief später. Bei einem Umzug geht er unter und taucht erst 10 Jahre später wieder auf. Nun, im Jahr 1994, schreibe ich zurück, und oh Wunder, der SL ist immer noch beim selben Besitzer. Der schreibt auch prompt zurück und schickt aktuelle Bilder. Seitdem geht der SL mir nicht mehr aus dem Kopf. Zwischenzeitlich findet sich die Originalrechnung auf und ich schicke sie nach Kanada.
Weiterer Zeitsprung. Es ist das Jahr 2005. Weihnachtswünsche aus Kanada, jetzt per e-mail. Ich schreibe zurück und erwähne, falls der Wagen irgendwann mal verkauft werden soll.... Die Antwort kommt schnell. Der SL ist nun seit 1971 im Besitz und wird nie, nie verkauft.
Februar 2014:
Post aus Kanada: Dear Hubertus, I am writing to you to let you know that I am thinking of selling the SL.
Ende Juni 2014: der SL kommt in Bremerhaven an und fährt aus eigener Kraft nach Nordhessen. Dort angekommen, Ernüchterung. Die Idee: TÜV, Anmelden, Losfahren funktioniert nicht. Zu viele Löcher im Boden, genietete Bleche, kreative nordamerikanische Reparaturen usw.
Drei Monate lang habe ich ihn dann weggestellt weil ich nicht wusste was ich machen sollte.
Nun habe ich fachkundige Unterstützung gefunden und wir haben eine Restaurierung begonnen. Hoffentlich wird er in 2016 wieder auf der Strasse sein. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Viele von Euch kennen das wohl. Je mehr man ins Detail geht, desto grösser wird die Aufgabe.
Ach so, es ist ein 230 SL, Papyrusweiss mit blauem (350) Oberteil, innen ursprünglich schwarzes MB Tex, heute dunkelblau. Ausgeliefert ohne Roadsterverdeck, nur mit Coupédach, hat ihm ein Eigentümer doch das Roadsterverdeck gegönnt. Dann gab es eine Servolenkung, Radiovorbereitung, Zierstäbe am Hardtop, Quersitz hinten (gibt es aber nicht mehr), 4-Gang Schalter. Die Original Datenkarte ist dabei in hellbrauner Pappe. Ich habe die Auslieferungsrechnung und das Scheckheft.
Falls jemand das Buch Pagoda Style von Michael Salemi hat, dort ist der SL auf Seite 104 zu sehen.
Sicher werde ich viele Fragen zur Restaurierung haben, die ich gern hier stellen würde. Natürlich nur nach intensiver Bemühung der Suchfunktion.☺ Über Antworten freue ich mich dann sehr. Bei Interesse kann ich die Arbeiten mit Bildern dokumentieren und freue mich auf den Austausch hier und hoffentlich auch auf gemeinsame Ausfahrten in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft.
So, ich hoffe das war nicht zu ausschweifend.
Viele Grüsse
Hubertus
ich bin neu hier im Forum und möchte mich nun vorstellen, denn ich lese hier schon seit einiger Zeit „still“ mit. Ich heisse Hubertus und wohne in Nordhessen. Meine Frau, die auch Freude an der Oldtimerei hat, und ich haben zwei erwachsene Töchter. Zur Familie gehört noch eine Beagle Hündin und ein paar vierrädrige Begleiter.
Mit unserem W 108, den wir nun seit 15 Jahren haben, hat der Oldtimer Virus begonnen. Er hat uns immer verlässlich begleitet, in die Ferien, bei gemeinsamen Ausfahrten oder ganz einfach für die täglichen Fahrten zum Büro. Dazu gesellten sich dann noch ein 2 CV, der uns im Frankreich Urlaub über den Weg lief. Und last not least ein Käfer Cabrio.
Im vergangenen Jahr hatte ich die Möglichkeit eine für mich ganz besondere Pagode zu kaufen. Es ist die Nr. 9966, abgeholt in Sindelfingen am 30. März 1965. Das Original Scheckheft bestätigt den ersten Service bei 463 KM am nächsten Tag. Das ist etwas mehr als die Entfernung von Sindelfingen ins Sauerland. Die Erstbesitzer, meine Eltern, haben sicherlich am Abend nach der Abholung noch eine kleine Spritztour gemacht. Am nächsten Tag erhält 9966 seine erste Zulassung, AR-HZ 81. Kurz danach durfte ich das erste Mal, auf dem kleinen Quersitz hinten, mitfahren.
Nach einigen Jahren wechselt der SL den Besitzer, und wird von meinem Onkel gefahren. Nun im Kreis Iserlohn, bekommt er die Nummer IS-EA 565. Der SL erhält jetzt ein Anhängerkupplung. Mein Onkel baut in seiner Freizeit Modellflugzeuge und –schiffe und die müssen natürlich mit in den Urlaub.
Die Zeit vergeht und der SL wird weitergereicht an einen Priester der kanadischen Armee, der in Werl stationiert ist. Die neue Autonummer ist nun: Canada 5680, ein rotes Kennzeichen der kanadischen Armeeangehörigen in der Bundesrepublik. 1971 nähert sich der Aufenthalt des Priesters in Deutschland dem Ende und der SL geht für drei Wochen an einen weiteren Armeeangehörigen, der ihn mit nach Kanada nehmen möchte. Kurz vor der Abreise wird sein Aufenthalt jedoch um zwei Jahre verlängert. Da der Dienst in Deutschland gut bezahlt wird, verkauft er kurz entschlossen den SL weiter und kauft sich einen 911. Nun kommt unser SL an einen weiteren kanadischen Armeeangehörigen, der ihn zwei Jahre in Werl, Lahr und Soest weiter fährt. Am Ende seiner Stationierung entscheidet er sich den SL mit nach Kanada zunehmen.
Zeitsprung. Mittlerweile ist es das Jahr 1984. Im Sauerland kommt ein Brief aus Kanada an. Der jetzige -stolze- Besitzer schreibt an die Erstbesitzer, deren Adresse er aus den Originalpapieren entnimmt und informiert über den SL und wo er nun gefahren wird. Zu der Zeit bin ich in den USA und meine Mutter übergibt mir den Brief später. Bei einem Umzug geht er unter und taucht erst 10 Jahre später wieder auf. Nun, im Jahr 1994, schreibe ich zurück, und oh Wunder, der SL ist immer noch beim selben Besitzer. Der schreibt auch prompt zurück und schickt aktuelle Bilder. Seitdem geht der SL mir nicht mehr aus dem Kopf. Zwischenzeitlich findet sich die Originalrechnung auf und ich schicke sie nach Kanada.
Weiterer Zeitsprung. Es ist das Jahr 2005. Weihnachtswünsche aus Kanada, jetzt per e-mail. Ich schreibe zurück und erwähne, falls der Wagen irgendwann mal verkauft werden soll.... Die Antwort kommt schnell. Der SL ist nun seit 1971 im Besitz und wird nie, nie verkauft.
Februar 2014:
Post aus Kanada: Dear Hubertus, I am writing to you to let you know that I am thinking of selling the SL.
Ende Juni 2014: der SL kommt in Bremerhaven an und fährt aus eigener Kraft nach Nordhessen. Dort angekommen, Ernüchterung. Die Idee: TÜV, Anmelden, Losfahren funktioniert nicht. Zu viele Löcher im Boden, genietete Bleche, kreative nordamerikanische Reparaturen usw.
Drei Monate lang habe ich ihn dann weggestellt weil ich nicht wusste was ich machen sollte.
Nun habe ich fachkundige Unterstützung gefunden und wir haben eine Restaurierung begonnen. Hoffentlich wird er in 2016 wieder auf der Strasse sein. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Viele von Euch kennen das wohl. Je mehr man ins Detail geht, desto grösser wird die Aufgabe.
Ach so, es ist ein 230 SL, Papyrusweiss mit blauem (350) Oberteil, innen ursprünglich schwarzes MB Tex, heute dunkelblau. Ausgeliefert ohne Roadsterverdeck, nur mit Coupédach, hat ihm ein Eigentümer doch das Roadsterverdeck gegönnt. Dann gab es eine Servolenkung, Radiovorbereitung, Zierstäbe am Hardtop, Quersitz hinten (gibt es aber nicht mehr), 4-Gang Schalter. Die Original Datenkarte ist dabei in hellbrauner Pappe. Ich habe die Auslieferungsrechnung und das Scheckheft.
Falls jemand das Buch Pagoda Style von Michael Salemi hat, dort ist der SL auf Seite 104 zu sehen.
Sicher werde ich viele Fragen zur Restaurierung haben, die ich gern hier stellen würde. Natürlich nur nach intensiver Bemühung der Suchfunktion.☺ Über Antworten freue ich mich dann sehr. Bei Interesse kann ich die Arbeiten mit Bildern dokumentieren und freue mich auf den Austausch hier und hoffentlich auch auf gemeinsame Ausfahrten in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft.
So, ich hoffe das war nicht zu ausschweifend.
Viele Grüsse
Hubertus
