TomRamoser
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Servus zusammen,
mein 1963er 230 SL kam wie so viele Pagoden ohne Bordmappe. Schade schade.
Mit etwas Detektivarbeit und sagenhaft viel Glück konnte ich aber eben diese Bordmappe wieder finden, siehe unten.
Die Entschlüsselung der Datenkarte (dankeschön, lieber Norbert) ergab, dass ein belgischer Händler bestellt hat (Code 513). Der Code 621 (Entfall der Chromleiste unter dem hintern Nummernschild für das seinerzeit ovale Exportkennzeichen) deutet weiter auf einen Export über die Straße hin. Vom Vorbesitzer erfuhr ich, dass das Auto wieder aus USA zurück kam. Aha.
Und dann fand ich unter viel Farbe auf dem Ausgleichsbehälter ein aufgelötetes Messingschild von einer Kühlerreperatur in der Nähe von Los Angeles — mit Reparaturnummer. Ha.
Nach einigen Zureden hatte ich dann den Zweitbesitzer am Telefon, der mir unter vorgehaltener Hand den Namen der Erstbesitzerin in England nannte.
Schnell gegoogelt kam ich aber dennoch zu spät, denn die Dame war bereits vor Jahren verstorben. In der Todesanzeige war auch der Bestatter genannt, der mich wiederum mit den Hinterbliebenen in Kontakt brachte.
Nachdem ich staunend die Lebensgeschichte der Erstbesitzerin erfuhr - in Frankreich geboren, nach dem Krieg in England niedergelassen, den linksgesteuerten 230 SL in Belgien fürs rechtsgesteuerte England bestellt, mit dem Exportkennzeichen von Sindelfingen aus quer durch Europa und wieder zurück nach England, und dann Ende der 1960er mit einem himmelblauen Mini Cooper nach Moskau gefahren, einfach so - sagt mein Gegenüber, und dass da auch noch eine "Box" von eben diesem 230 SL in der Garage steht. Wie bitte?
Diese Box ist inzwischen wieder mit dem Auto vereint und enthielt nicht nur die komplette Bordmappe, siehe unten, sondern auch das originale Exportschild, ein altes, eisernes Warndreieck, das alte UK-Schild, einige Landkarten und viel Brösel und Staub.
In der Bordmappe ist auch ein Packzettel, der “Bei jeder Reklamation Packzettel einsenden” ist, der die letzten Überprüfungen vor Auslieferung quasi offiziell dokumentiert, i.e.
Die allerletzte Überprüfung galt aber dem Kühlerstern, vermutlich nochmal mit einem weichen Tuch von Fingerabdrücken befreit.
Warum diese Box in der Garage stehen blieb, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben ...
Cheers vom Tom



mein 1963er 230 SL kam wie so viele Pagoden ohne Bordmappe. Schade schade.
Mit etwas Detektivarbeit und sagenhaft viel Glück konnte ich aber eben diese Bordmappe wieder finden, siehe unten.
Die Entschlüsselung der Datenkarte (dankeschön, lieber Norbert) ergab, dass ein belgischer Händler bestellt hat (Code 513). Der Code 621 (Entfall der Chromleiste unter dem hintern Nummernschild für das seinerzeit ovale Exportkennzeichen) deutet weiter auf einen Export über die Straße hin. Vom Vorbesitzer erfuhr ich, dass das Auto wieder aus USA zurück kam. Aha.
Und dann fand ich unter viel Farbe auf dem Ausgleichsbehälter ein aufgelötetes Messingschild von einer Kühlerreperatur in der Nähe von Los Angeles — mit Reparaturnummer. Ha.
Nach einigen Zureden hatte ich dann den Zweitbesitzer am Telefon, der mir unter vorgehaltener Hand den Namen der Erstbesitzerin in England nannte.
Schnell gegoogelt kam ich aber dennoch zu spät, denn die Dame war bereits vor Jahren verstorben. In der Todesanzeige war auch der Bestatter genannt, der mich wiederum mit den Hinterbliebenen in Kontakt brachte.
Nachdem ich staunend die Lebensgeschichte der Erstbesitzerin erfuhr - in Frankreich geboren, nach dem Krieg in England niedergelassen, den linksgesteuerten 230 SL in Belgien fürs rechtsgesteuerte England bestellt, mit dem Exportkennzeichen von Sindelfingen aus quer durch Europa und wieder zurück nach England, und dann Ende der 1960er mit einem himmelblauen Mini Cooper nach Moskau gefahren, einfach so - sagt mein Gegenüber, und dass da auch noch eine "Box" von eben diesem 230 SL in der Garage steht. Wie bitte?
Diese Box ist inzwischen wieder mit dem Auto vereint und enthielt nicht nur die komplette Bordmappe, siehe unten, sondern auch das originale Exportschild, ein altes, eisernes Warndreieck, das alte UK-Schild, einige Landkarten und viel Brösel und Staub.
In der Bordmappe ist auch ein Packzettel, der “Bei jeder Reklamation Packzettel einsenden” ist, der die letzten Überprüfungen vor Auslieferung quasi offiziell dokumentiert, i.e.
- Plastictasche
- Betriebsanleitung
- Kundendienst-Scheckheft
- Kundendienst-Stationen-Verzeichnis
- Ersatzteil-Katalog
- Anleitung für Chrompflege
- Werkzeugtasche mit Inhalt
- Schlüsseltäschchen
- Radkappen
- Scheibenwischer
- Zigrarrenanzünder
- Aschenbecher
- Kühlerstern
Die allerletzte Überprüfung galt aber dem Kühlerstern, vermutlich nochmal mit einem weichen Tuch von Fingerabdrücken befreit.
Warum diese Box in der Garage stehen blieb, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben ...
Cheers vom Tom



Zuletzt bearbeitet:

, aber zur Vollständigkeit halber erwähnt sein sollte 






