Leerweg im Bremspedal

Coup

W111C
Registriert
25. März 2009
Beiträge
920
Hallo!

Bei meinem Wagen lässt sich neuerdings das Bremspedal teilweise 2/3 des Weges mit leichtem Rubbeln/Knarzen sehr einfach treten, bevor die Bremse wirkt. Nach erneuter Betätigung ist der volle Bremsdruck sofort da.

Die Bremsflüssigkeit ist neu und die Leitungen sind richtig entlüftet. Das Bremspedal gibt auch - wie es sein soll - nach dem Starten des Motors etwas nach. Jemand Hinweise zur Fehlersuche?

Danke und Gruß!
Kai
 
Hauptbremszylinder defekt, passiert meistens nach dem Erneuern der kompletten Bremsflüssigkeit.

Andere Ursachen eher unwahrscheinlich.

BMB
Bernd
 
Hallo Kai,

Bernd wird Recht haben.
Bei normal funktionierenden Bremsen hat der Kolben im Hauptbremszylinder immer den selben Weg. Da kann nach 40 Jahren ein Grat am Ende des Kolbenweges in der Lauffläche entstanden sein. Beim Entlüften drückt man den Kolben mit seinen empfindlichen Manschetten darüber und das war es dann.

Gruß
Jan
 
Nabend!

Danke für eure Hinweise auch an Memmo für die pm (die Bremsklötze sind nicht neu). Entlüftet habe ich nach dem Auftreten des Problems, also wird ein Übertreten des Bremspedals nicht die Ursache sein.

Einen Defekt am HBZ hatte ich auch schon vermutet, aber woher kommt der gelegentlich auftretende Leerweg im Pedal? Da sollte sich doch nichts komprimieren lassen.

Gruß Kai
 
Hallo Kai,

Brainstorming: wenn Du den HBZ ausschließt, dann könnte es an einem losen Exzenterbolzen an der Umlenkung vor dem Bremskraftverstärker handeln.
Sollte sich dieser Exzenter gelockert haben, dann kann er sich durch die beim treten und lösen des Bremspedals auftretenden Kräfte und Bewegungen drehen und damit den Wirkungspunkt des Pedals verändern.

Gruß,
Eberhard
 
Hallo Kai,

ich hatte an meinem 280SL das gleiche Problem. Allerdings war das Problem auch nach dem Tausch des HBZ nicht weg. Später stellte sich heraus, dass es der Bremskraftregler für die Hinterachse war. Der wird irgendwann feucht, weil dort Flüssigkeit entweicht. Testen kannst Du es indem Du am HBZ den Abgang für die Hinterachse mit einem geeigneten Stopfen verschliesst. Ist der Leerweg am Pedal weg, liegt es an der Hinterachse. Wenn Du dann noch einen Bremskraftregler hast, wird da wahrscheinlich das Problem liegen.
Ist übrigens scheiße teuer! Ich wünsche Dir, dass es der HBZ ist. Da bist Du mit 135€ dabei. Der Regler kostet glaube ich doppelt soviel.

Gruß und gutes Gelingen
Günter
 
Moin!

Brainstorming: wenn Du den HBZ ausschließt, dann könnte es an einem losen Exzenterbolzen an der Umlenkung vor dem Bremskraftverstärker handeln.
Sollte sich dieser Exzenter gelockert haben, dann kann er sich durch die beim treten und lösen des Bremspedals auftretenden Kräfte und Bewegungen drehen und damit den Wirkungspunkt des Pedals verändern.

Nee, den HBZ schließe ich nicht aus - er ist weiterhin als verdächtig einzustufen. ;)
Mit dem Exzenterbolzen ist ein interessanter Hinweis, dem ich mal nachgehen werde.

Ich hatte an meinem 280SL das gleiche Problem. Allerdings war das Problem auch nach dem Tausch des HBZ nicht weg. Später stellte sich heraus, dass es der Bremskraftregler für die Hinterachse war. Der wird irgendwann feucht, weil dort Flüssigkeit entweicht. Testen kannst Du es indem Du am HBZ den Abgang für die Hinterachse mit einem geeigneten Stopfen verschliesst. Ist der Leerweg am Pedal weg, liegt es an der Hinterachse. Wenn Du dann noch einen Bremskraftregler hast, wird da wahrscheinlich das Problem liegen.

Einen BKR habe ich noch, allerdings keinen BF-Verlust, so dass eine größere Undichtheit ausscheidet. Da ich hier in der Stadt ständig bremsen muss, wäre der Ausgleichsbehälter (auch wenn der "Leerweg" nur gelegentlich auftritt) schon längst leer. Den Test für die Prüfung des BKR werde ich mir aber merken.

Beisewäj:
Ist der BKR überhaupt noch lieferbar? Wenn der defekt ist, würde ich den aber rausschmeißen und wie bei den späten 280er-Coupés hinten 35er Sättel einbauen.

Gruß Kai
 
Moin!

Mal ein Update:
Bin zwar nicht wirklich weitergekommen, habe aber ein weiteres Symptom feststellen können:
Wenn ich an der Ampel auf der Bremse stehe, gibt diese langsam nach, so dass ich das Bremspedal immer weiter drücken muss, um die Bremskraft aufrechtzuerhalten.

Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich die Funktionsfähigkeit des BKV/HBZ testen kann? Der Test des BKV mit gedrücktem Bremspedal bei ausgeschalteten Motor (Starten -> Bremspedal gibt etwas nach) war erfolgreich. Meine Werkstatt hat auch keine Hinweise und würde die Komponenten provisorisch tauschen, was ich aufgrund des Preises für den BKV erstmal vermeiden möchte.

Danke und Gruß!
Kai
 
Hi Kai,

ein durchsackendes Bremspedal ist eine Undichtigkeit im Flüssigkeitskreislauf.

Sofern nirgends Bremsflüssigkeit ausläuft ist das mit Sicherheit der HBZ. an den verschlissenen Manschenten drückt die BF vorbei. Kommt meistens nach dem entlüften, wenn die eh schon mürben Gummilippen über den Grat des bisherigen Anschlags rubbeln.

Den BKV würde ich ausschließen.

Für den HBZ gibt es einen Rep.-Satz - aber ob sich das bei ca 150 € für ein Neuteil lohnt?

Gruß

Uli aus S
 
Moin Uli!

Darauf deutet es wahrscheinlich hin, denn die Websuche nach "weiches Bremspedal" gibt zahlreiche ähnliche Hinweise. Ist halt wie beim Arzt: Man muss nur die Symptome genau genug beschreiben. ;)

Wenn schon, denn schon kommt ein neuer HBZ rein. Ich weiß nicht, wer die Repsätze herstellt, aber sicher nicht ATE.

Gruß Kai
 
Hallo,
Hab den Beitrag gelesen.
Ich tippe auch auf den Hauptbremszylinder.
Ich glaube vor mehreren Jahren mal ein solches Problem gehabt zu haben, Oel trat eigentlich nirgends aus. Es leckte jedoch am Hauptbremsz. und sammelte sich im Servogerät .
MFG
Marc
 
Hauptbremszylinder

Hallo Kai,

wenn das Bremspedal bei getretenr Bremse nachgibt, sind die Dichtungen im HBZ defekt. Unter der Vorraussetzung, das das übrige Bremssystem sonst dicht ist.

Die Funktion des Bremskraftverstärkers kannst du folgendermaßen testen: Nach dem Ausschalten des Motors das Bremsbedal so lange durch Pumpen bewegen, bis es spürbar hart wird. Anschließend das Padal voll durchtreten, und gedrückt halten. Jetzt den Motor starten. Gibt das Bremspedal jetzt nach, ist der Verstärker in Ordnung.

Gruß

Jürgen
 
Ergebnis

Hallo!

Es war der HBZ, vielen Dank für die Tipps!

Und noch einen Hinweis:
Beim neuen ATE-HBZ fehlte der Dichtring, so dass man den ggf. über DB beziehen muss.

Gruß Kai
 
Und immer dran denken nur DOT 3 Bremsflüssigkeit in Autos der
60s und 70 verwenden, DOT 4 enthält Borsäure-Esther und löst die alten
Gummis auf...auch quellen damit Bremsschläuche die an DOT3 angepasst
sind sehr schnell zu.

Hier das stimmt:

Für Autos der 60er und 70er stets DOT3 Bremsflüssigkeit benutzen


Viele Grüße

Klaus

Kleines Update -
Hierzu gibt es einen weiteren Artikel aus dem Jahr 2018 - DOT 4 ist auch okay bzw. zu empfehlen so das Oldtimer Markt - https://www.oldtimer-markt.de/nachrichten/Eine-Frage-des-Safts