Servus zusammen,
ah, ich verstehe, ich muß noch etwas ausholen.
Mir geht es in erster Linie um die Farben und dann natürlich auch um die Helligkeit, aber nur in zweiter Linie.
Jetzt versetzt Euch mal ins Jahr 1963 zurück, stockdunkle Nacht, in Begleitung, nach einem schönen Abend, die Konturen Eure Pagode vor Euch, und natürlich öffnet ihr die Beifahrertür für Eure Begleitung, wie es sich damals gehörte.
Die Tür geht auf, die Einstiegsleuchten leuchten im sanften Licht einer Glühbirne auf, zeigen den Fußraum und führen zum Sitz. Die Begleitung steigt ein, lächelt, die Beifahrertür schliesst mit einem satten Ton.
Ihr geht ums Auto herum und nehmt auf dem Fahrersitz Platz, das Chrom blitzt, reflektiert die Lichter der Umgebung, und steckt den Schlüssel ins Schloss, schaltet die Scheinwerfer an, die Einstiegsleuchten verlöschen, aber andere Glühlampen beleuchten jetzt die Armaturen sanft von hinten, indirekt, und wenn die Ladekontrollleuchte (hoffentlich) nicht rot aufleuchtet ist alles ins gleiche sanfte, weiss-gelbliche Glühbirnenlicht gehüllt.
Alles?
Nein, nicht alles, denn da sind ja die Bedienscheiben für die Heizung und Frischluftzufuhr, und die sind plötzlich bunt, rot, türkis, opak, raffiniert denkt die Begleitung, eine Sensation.
Was wir nicht übersehen dürfen ist, dass die Rundinstrumente nur dem Fahrer vorbehalten waren, dem Pilot, sozusagen, der weiß wie alles funktioniert, ich rede immer noch von 1963, wohlwissend dass heute vieles anders ist. Nur das Bedienteil in der Mitte, die Hebel für die Heizung und Frischluft war auch für die Begleitung da, lud sogar zum an-den-Hebeln-herumschieben ein. Und einer der Hebel war sogar ausschliesslich für die Begleitung.
Während 1963 die allermeisten Autos innen spartanisch beleuchtet waren, war die Pagode innen bunt, eine Premiere die zeigte, dass das so nicht sein muss, und ein Vorbote auf was noch alles kommen sollte.
Farben sind pure Emotionen. Ein Rot, ein klein wenig zu purple wirkt gleich bedrohlich. Ein Blau, ein klein wenig zu violett wirkt gleich kalt.
Und hier haben sich die Mercedes-Entwickler wirklich viele Gedanken gemacht. Aus dem Blau für Frischluft haben sie ein warmes Türkis gemacht, so wie es an die Karibik erinnert, und das Rot ist warm wie ein Kaminfeuer.
Diese Farben gehen direkt ins Unterbewusste, zeigen in welchem Auto man oder frau sitzt.
Und deshalb waren mir die Lichtspektren so wichtig, und dass es nicht zu viele Kelvin sind, und wie das Licht am Ende der Bedienscheiben herauskommt, wie es war, als 1963 in stockdunkler Nacht ein Zündschlüssel einen Zauber auslöste.
Mein Versuch für einem Epilog ...
Herzlichst,
Tom