Hallo Pagodenfreunde! Endlich bin ich wieder zurück! Entschuldigt bitte für die längere Pause, aber ich war zu sehr beschäftigt. Wer hat meine Bilderflut vermisst?
Nun geht es in großen Schritten weiter...Überraschung! der Motor ist fertig!
Wie ihr vielleicht in den ersten Beiträgen gelesen habt habe ich meine Pagode teilzerlegt erstanden. Hintergrund war ein kapitaler Motorschaden. Der Vorbesitzer ließ den Motor ausbauen und instandsetzen. Zu meinem Glück kam es nie zum wieder Einbau des Motors. Das war 1990...
Beim Kauf habe ich eine Bilderdokumentation des Motors bekommen die belegen soll das der Rumpfmotor instandgesetzt wurde. Aber kann man den Bildern und Aussagen des Vorbesizers glauben?
Mit Hilfe eines Endoskops konnte ich auch den einwandfreien Zustand der frisch gehohnten Laufbüchsen und glänzende Kolbenböden sehen. Also trotz der Standzeit alles TipTop. Aber was wenn der unbekannte Motorenbauer einen Fehler gemacht hatte? Oder ein Bauteil Standschäden erlitten hat?
Die Variante , Motor einbauen und hoffen das alles funktioniert, war mir zu heiß. Den überholten Motor nochmal komplett auseinander zu bauen und zu Prüfen erschien mir zu aufwendig.
Auf der RetroClassic Messe habe ich Klaus Falke von Classic Motors in Iserlohn kennengelernt. Er erzählte mir, das er einen Motorenprüfstand bestizt und mir angeboten meinen Motor dort aufzuspannen. Mit Hilfe des Prüfstandes kann man einen Motor vor einbau ins Fahrzeug über mehrere Stunden laufen zu lassen. Somit kann man die einwandfreie Funktion prüfen, einstellen und umgeht so bösen Überraschungen beim Zusammenbau. VOGELJUNGES‘ vergessene Unterlegscheibe an der Wasserpumpe und anschließendes Fluchen bei der Fehlersuche und Demontage hat mich letztendlich dazu bewegt den Motor von Klaus vor dem Einbau durch checken zu lassen.
Also Motor einladen und ab nach Iserlohn zu Classic Motors.
Noch vor dem Aufspannen auf den Motorprüfstand zeigte sich schon der erste Standschaden. Die Werkstatt hat ein Einspritzventilprüfgerät mit dem man die Funktion der Einspritzdüsen testen kann. Resultat 4 von 6 Einspritzdüsen zeigten ein unsauberes Spritzbild. Konsequenz war ein neuer Satz Einspritzventile.
Nun wurde der Motor auf den Prüfstand gespannt.
Schnell gab es eine gute Nachricht, der Motor baute schnell Öldruck auf. Diese Nachricht wurde aber gefolgt von einer schlechten Nachricht...Einspritzpumpe ohne funktion!!! Der Motor bekam einfach keinen Sprit.
Um dennoch weiter machen zu können und den Motor zu testen ging Klaus kurzer Hand in sein Lager und nahm eine überholte Einspritzpumpe aus dem Schrank - Quasi eine Einspritzpumpe-To-Go ;-).

Diese wurde dann draufgebaut und der Motor lief zum ersten mal! Klaus konnte somit die funktion von Wasserpumpe und Thermostat prüfen und das äussere auf Undichtigkeiten prüfen.

Meine Einspritzpumpe wurde dann später von Klaus Falke fachmännisch instandgesetzt und auf einem Pumpenprüfstand eingestellt.

Da der 230SL Motor keinen Ölkühler hat und dadurch zum überhitzen neigt, hat mir Klaus zum Einbau eines elektronischen Zusatzlüfter geraten. Er bietet ein Umrüstkit an bei ein eineinstellbarer Termoschalter in einen Kühlschlauch eingebaut wird. Durch einen kleinen Potentionmeter kann man dann idividuell einstellen wann der Zustatzlüfter zuschaltet. Nach dem Einbau sollte mein Motor keine kritischen Temperaturen erleben müssen.
Und wenn man schon in Iserlohn ist, habe ich mir noch ein paar schöne Teile aus Kaus‘ Lager mitgenommen. Dort findet man zum Beispiel die alte Benzinpumpe in der langen Ausführung im Austausch, „1-2-3 Ignition“ Zündverteiler samt Zündspule, Flammrohre Edelstahl und ein neuer Zündkabelsatz musste es dann noch sein.

Trotz der Aufregung mit der defekten Einspritzpumpe, kann ich sagen: „Ende gut, alles gut“. Danke Klaus, und mach weiter so!