Hinter der Kulisse - Außenschweller und Beplankungsfalze, Teil 2
Aufgepasst, es weiter mit der Offenbarung:
Nachdem die Schwellerabdeckungen mit viel Geduld und Spucke gelöst waren (dazu später mehr), zeigten sich doch recht deutlich Korrosionsspuren an den Kontaktstellen der Bleche und in Schmutznestern, die sich unter den Schwellerabdeckungen im Laufe der Zeit gebildet hatten - schätzungsweise hat diese Bereiche die letzten 35-40 Jahre kein Sonnenlicht mehr erreicht. Eine Nachlackierung wurde damals mehr sach- als fachgerecht bei montierten Schwellerblenden vorgenommen. Daher mussten die Karosseriefalze sorgfältig entrostet werden, ebenso die Stellen, an denen das Wasser und der Schmutz unschöne Rost-Brutstätten hinterlassen hatten. Alles in allem aber erneut überrraschend, wie massiv und gut die Substanz an unseren alten Fahrzeugen noch ist. Eine kleine Herausforderung war das Beilackieren meines Lieblings-906 G, aber die Kante selbst kaschiert das gut, denn hier gibt es sowieso leichte Reflexionen.
Der Hauslackierer eines renommierten Pagodenbetriebes war so freundlich, mir den exakt gemessenen Farbton zu mischen und eine entsprechende Kleinmenge samt 2K-Decklack für mich bereitzustellen. Dazu habe ich mir eine gute Lackierpistole zugelegt für solches Smart-Repair und an sich bin ich recht zufrieden mit dem Ergebnis. Ergo hat es sich gelohnt, den Schwellerbereich zu öffnen, damit hier zunächst ein Ende ist mit An- und Durchrostungen, fühlt sich gut an bei den Ausfahrten in der nächsten Saison. Die Vorgehensweise im Karossieriebereich: Rost mechanisch entfernen, zigmal mit Pelox-RE behandeln, grundieren mit Brantho Korrux 3in1 mit Walze und Vorschleifen, Füllern und Schleifen, Basislack, Decklack und ggf. nachpolieren. Im unteren Schwellerbereich dito, nur dass nach der Grundierung gleich eine zwei- bis dreifache Deckschicht in schwarz mit Zwischenschliff folgte. Durch mehrmaliges Überschleifen konnten kleinere Poren, die durch den entfernten und chemisch gelösten Blattrost entstanden waren, weitgehend "gefüllt" werden. Im Endergebnis auf jeden Fall um Welten besser als den "originalen Gammel" zu belassen. Für alle Kritiker: Ja, ich habe mich bewusst für schwarze Schwellerunterseiten entschieden - da ich sie so vorgefunden habe und ich den Istzustand konservieren möchte. Eine in hoffentlich weiter Ferne sicher ohnenhin unabwendbare Vollrestauration würde für diese Details natürlich eine andere Grundlage schaffen.
Der Bildfolge #25 folgen gelegentlich noch weitere:
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