Hallo Ingo,
ich fahre auch einen 250iger (früh) aus 1967 mit einem komplett überholten Motor. Dein Fehlerbild kommt mir bekannt vor, das hatte ich so auch. Mittlerweile läuft mein Auto super, und springt auch ordnungsgemäß an.
Was habe ich seit der Motorüberholung gemacht?
1. Zuerst habe ich das Gestänge und die Drosselklappe eingestellt.
1.1 Drosselklappe ohne Gestänge "leicht beisend" einstellen (d.h. ein kleiner Widerstand ist beim manuellen Öffnen der Drosselklappe spürbar)
1.2 Mittels Gradscheiben (an der Drosselklappe brauchst du beim 250iger die 230iger Gradscheibe und an der Einspritzpumpe die 280iger!) habe ich das Gestänge genau in die Toleranz gestellt.
Wenn du dir die Soll- und Ist-Werte per Excell grafisch in einem Diagramm darstellst, kannst du auch sehen, ob der Winkel des Drosselklappenhebels nachkorrigiert werden muß. In diesem Fall passt z.B.
vielleicht die Kurve im mittleren Drehzahlbereich und oben und unten weicht sie ab, oder auch umgekehrt. Dann ist immer ein leichtes Verdehen des Hebels an der Drosselklappe notwendig.
2. Dann habe ich mit den Zündkerzen herumprobiert. Ich habe festgestellt, dass der Motor mit neuen/gereinigten Zündkerzen immer besser angesprungen ist...
2.1 Beim Spielen mit dem Wärmewert bin ich mit der NGK-Kerze BP7ES am Besten gefahren, hier bitte auch auf den Elektrodenabstand achten.
Da diese Maßnahmen noch nicht den gewünschten Erfolg brachten, bin ich weitergegangen:
3. Das Problem mit dem schlechten Anspringen wurde durch die Erneuerung der Einspritzventile deutlich besser. Den CO-Wert konnte ich in Stellung "P" auf 6,5% einstellen. In Stellung "D" sind das dann
bei angezogener Handbremse ca. 3%. Mit einem CO-Wert kleiner 6,5% lief der Leerlauf nicht richtig. Die Einstellung erfolgte hauptsächlich über die Verdrehung der Einstellschraube an der Einspritzpumpe
(im Urzeigersinn wird das Gemisch fetter, gegen den Urzeigersinn magerer). Die Nachjustage erfolgte über die Leerlaufluftschraube.
4. Die Leerlaufdrehzahl habe ich auf 700-750 U/min. eingestellt und den Magneten für die Drehzahlanhebung entsprechend justiert. Bei diesem Magneten kommt es vor, dass er bei niedrigen Temperaturen gut
funktioniert, aber bei hohen Umgebungstemperaturen aussteigt! .... also beobachten, ob er auch bei hohen Temperturen ordentlich schaltet.
Mit diesen Maßnamen war ich dann fast zufrieden, kalt sprang der Motor super an....
Um noch besser zu werden, habe ich folgendes noch verändert:
5. Um die leichten Schwächen im warmen Hochdrucksystem zu kompensieren, habe ich ein "Einsekunden Relais" eingebaut. Das Relais gibt auch bei warmem Motor eine Sekunde lang zusätzlich Benzin über das
Startventil in den Ansaugkrümmer (analog den 230igern). (siehe
www.W113.eu). Das Relais steckt im alten Gehäuse, so daß die Optik erhalten bleibt.Tom Ramoser hat mir dann noch die originale Beschriftung
der Realais gestempelt...Danke Tom, ich liebe es!
Damit hat sich auch der Warmstart nochmals verbessert.
6. Zum Schluß habe ich noch eine kontaktlose elektronische Zündung von FULMAX nachrüsten lassen. Damit wird auch dem möglichen Verschleiß an den Unterbrecherkontakten vorgebeugt. Die Nachrüstung erfogt im
originalen Verteilergehäuse, ohne großartige Umbauten. Man sieht es kaum...und das Auto springt an und läuft wie es sein soll

7. Zur Sicherheit für die elektronische Zündung habe ich dann noch einen elektronischen Regler ((Hüco Hitachi) selbstverständlich versteckt im alten Gehäuse) eingebaut.
Ich hoffe meine Erfahrungen helfen dir weiter.
Grüße Peter
Dies ist das optische Ergebnis der Modifikationen:
